Höttcke-Gelände

Vom Holzwerk zum Wohnwerk – Architekten stellen Pläne für neues Wohnquartier in Werne vor

Auf dem Gelände der Firma Höttcke soll ein neues Wohngebiet entstehen. Details dazu haben die Architekten nun im Planungsausschuss der Werner Politik präsentiert.

Vom Holzwerk zum Wohnwerk – So lautet der Titel der Pläne für ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der Firma Höttcke an der Lippestraße. Am Dienstag (7. September) stellten die Architekten ihre Pläne in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung genauer vor. Der Holzfachmarkt Höttcke will seinen Betrieb weiter sukzessive an die Butenlandwehr umsiedeln. Dadurch werden Flächen an der Lippestraße/ Hansaring frei.

Auf rund 8000 Quadratmetern sollen insgesamt 44 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen entstehen (52 bis 97 Quadratmeter). 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Hinzu kommen 4 Doppelhaushälften mit jeweils rund 130 Quadratmetern Wohnfläche. Im gesamten Quartier sind insgesamt 85 Stellplätze und Garagen geplant. Letztere dienen auch als Schallschutz in nordöstlicher Richtung.

Grüne Dächer, PV-Anlagen und Car-Sharing geplant

Auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden in dem Konzept großgeschrieben: Unter anderem spielen Dachbegrünung, Photovoltaik, E-Ladestationen und Car-Sharing-Plätze bei den Planungen eine wichtige Rolle, wie Architekt Lothar Steinhoff betonte. Vieles müsse jedoch noch genauer abgestimmt werden. Verkehrs- und Emissionsgutachten stünden ebenfalls noch aus.

Bei der Werner Politik stießen die Pläne auf Zustimmung. Man freue sich über jeden Akteur, der in der Lippestadt neuen Wohnraum schaffe, erklärte etwa Ulrich Höltmann (SPD). Seine Parteigenossin Adelheid Hauschopp-Francke stieß ins gleiche Horn – zumal das Gelände immer mal wieder Thema in der Politik war: „Die Fläche beschäftigt uns schon seit 10 oder 12 Jahren. Die Umsiedlung von Höttcke läuft auch schon seit 6 Jahren.“ Da sei es umso erfreulicher, nun solche Pläne zu sehen.

CDU erwartet „Gesamtkonzeption“ für das Gebiet

„Grundsätzlich positiv“ bewertet man das Vorhaben auch in den Reihen der CDU. Allerdings betonte deren Ratsmitglied Wilhelm Jasperneite, man müsse den Bereich auch in seiner Funktion als Gewerbestandort im Blick behalten. „Wir sollten auf das gesamte Areal schauen. Gibt es dort vielleicht noch andere Firmen mit Abwanderungsgedanken“, fragte der Ratsherr. Eine „Salami-Taktik“, bei der man das Gebiet scheibchenweise umgestalte, sei keine gute Lösung. Zugleich betonte Jasperneite: „Wir wollen dort nichts verhindern. Aber wir erwarten von der Verwaltung eine Gesamtkonzeption.“

Artur Reichert (FDP) sorgte sich hingegen um den Lärmschutz. Vor allem, weil südlich der Fläche eine Autowerkstatt angrenzt. Ganz unangebracht ist diese Skepsis nicht. Laut Planungsdezernent Ralf Bülte gibt es nämlich auch gegenwärtig schon Wohneigentümer, die ihre Grundstücke an der Lippestraße wegen Lärm- und Geruchsbelästigung verkaufen wollen.

Eine Überlegung war daher, diese Gebäude mit in die Planungen für das neue Wohnquartier zu integrieren. Das ging Adelheid Hauschopp-Francke dann allerdings doch ein wenig zu schnell. Man solle sich lieber erst einmal auf die Höttcke-Fläche konzentrieren, meinte die SPD-Frau.

Mit den Entwürfen des Architekten ist man bei der Stadt Stand jetzt mehr als zufrieden. Grundsätzlich sei der Bereich planerisch „keine einfache Sache“, erklärte Bülte. Schließlich handle es sich um eine Mischung aus Wohn- und Gewerbebebauung. Und da gehen die Interessen bekanntlich durchaus schon mal auseinander. Die Präsentation müsse man allerdings als ersten Aufschlag begreifen. Wie genau das abschließende Konzept aussehen wird, ist noch offen.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner