Freuen sich nach einem Jahr Pause auf die Sim-Jü-Kirmes in Werne (v.l.): Rainer Schulz (Sim-Jü-Experte), David Ruschenbaum (Werne Marketing), Monika Eichmanns (Gleichstellungsbeauftragte), Stephanie Viefhues (Beautragte für internationale Beziehungen), Sven Bohne (Marktmeister) sowie Bürgermeister Lothar Christ. © Andrea Wellerdiek
Mit Video: Sim-Jü in Werne

Vorfreude auf Sim-Jü in Werne beginnt: Erster Schausteller schon in der Stadt

Nach einem Jahr coronabedingter Pause ist die Vorfreude auf Sim-Jü riesig. Neben den typischen Lebkuchen-Herzen und Plakaten zur Kirmes ist sogar schon der erste Schausteller in der Stadt zu sehen.

Die bunten Lebkuchen gibt es schon, die Pins für die Jacke oder das T-Shirt folgen bald. Auch der Duft von Mandeln liegt fast schon in der Luft. Sogar der erste Schausteller ist bereits in Werne zu sehen. Die ersten Anzeichen deuten auf die Sim-Jü-Kirmes hin, die vom 23. bis 26. Oktober in der Lippestadt steigt. Und die Vorfreude ist bei den Verantwortlichen spürbar. Das wurde bei dem offiziellen Pressegespräch am Dienstag (12. Oktober) deutlich.

Marktmeister Sven Bohne etwa erlebt zum ersten Mal überhaupt die Kirmes in Werne. Vor mehr als einem Jahr fing er im Ordnungsamt der Stadt Werne an. Sim-Jü hatte er bis dato nur in der Theorie durchgeplant. Bald aber kann er sich in der Praxis beweisen.

Bändchen erinnern an Kontrolle

Zu den wichtigsten Aufgaben gehört mit Sicherheitsdienst und Polizei dabei, für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu sorgen. Neben einem hohen Sicherheitskonzept gibt es in diesem Jahr Corona-Regeln, die zu beachten sind. Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf auf das Sim-Jü-Gelände. Stichprobenartig wird die 3G-Regel kontrolliert.

Um es Besuchern und Mitarbeitern zu erleichtern, hat sich der Veranstalter etwas Praktisches ausgedacht. „Derjenige, der kontrolliert wurde und seinen Nachweis erbringen konnte, bekommt ein Bändchen um“, sagt Sven Bohne. „Das ist wie im All-Inclusive-Urlaub. Für uns erleichtert das die Arbeit. Und die Gäste werden nicht ständig kontrolliert“, ergänzt Kordula Mertens, Ordnungsamtsleiterin der Stadt Werne.

An den Hauptzugängen werde man die Gäste kontrollieren. Zudem hätten Schausteller zugesagt, mit der Kontrolle an ihren Imbissständen und Karussells mitzuhelfen. „So werden wir eine gute Grundlage für eine friedliche Familienkirmes legen. Es soll keine ‚Ballermann-Kirmes‘ sein. Wir hoffen auf die Akzeptanz der Besucher, dass sie uns mit gewissem Verständnis entgegen kommen, wenn wir sie kontrollieren“, appelliert Mertens.

Maskenpflicht auf Sim-Jü entfällt, Empfehlung ausgesprochen

Die Maskenpflicht ist aufgrund der geänderten Coronaschutzverordnung des Landes hinfällig. Eine Empfehlung eine Maske zu tragen, gibt die Stadt jedoch und macht dies auch auf Plakaten auf dem Kirmesgelände deutlich. Aufmerksam machen möchten die Veranstalter auch auf die Aktion „Luisa ist hier“. Das Hilfsangebot für Frauen und Mädchen, das 2016 vom Frauennotruf in Münster initiiert wurde, soll für eine sichere Kirmes sorgen, wie Gleichstellungsbeauftrage Monika Eichmanns erklärt.

Monika Eichmanns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, kündigt an, dass wieder die Aktion „Luisa ist hier“ auf der Sim-Jü-Kirmes gilt.
Monika Eichmanns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, kündigt an, dass wieder die Aktion „Luisa ist hier“ auf der Sim-Jü-Kirmes gilt. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Wenn sich Besucherinnen in einer Notlage oder Bedrohungssituation finden, können sie sich mit der Frage „Ist Luisa hier?“ an die Schausteller und Mitarbeiter von Ausschankbetrieben wenden. Ohne Nachfrage auf die Situation könne man so „diskret und unmittelbar“ Hilfe bieten, erklärte Bürgermeister Lothar Christ. Die Schausteller würden kurz vor Beginn der Kirmes auf die Aktion hingewiesen, so Eichmanns weiter.

Der erste Schausteller ist sogar bereits in Werne, wie Rainer Schulz, Sim-Jü-Experte, berichtete. Familie Petter habe am Montagabend in Gronau abgebaut, um direkt nach Werne zu reisen. „Da sieht man mal, wie kirmesfreundlich Werne ist. Es war gar kein Problem, dass Petter schon nach Werne kommt“, sagt Rainer Schulz. In den kommenden Tagen werden die weiteren Schausteller folgen.

Der erste Schausteller ist zwölf Tage vor dem Beginn der Sim-Jü-Kirmes bereits in Werne eingetroffen. Die Familie Petter ist mit ihrem Autoscooter direkt aus Gronau in die Lippestadt gereist.
Der erste Schausteller ist zwölf Tage vor dem Beginn der Sim-Jü-Kirmes bereits in Werne eingetroffen. Die Familie Petter ist mit ihrem Autoscooter direkt aus Gronau in die Lippestadt gereist. © Janka Hardenacke © Janka Hardenacke

Insgesamt sind es mehr als 200 Beschicker für Sim-Jü. Für den Vieh- und Krammarkt am Dienstag sind es etwa 150 Schausteller, wie Marktmeister Sven Bohne berichtet. 16 große Fahrgeschäfte drehen sich schließlich an den vier Kirmes-Tagen – darunter drei Hochfahrgeschäfte. „Rock & Roll“, „Night Style“ und „Geistervilla“ heißen die Neuheiten, die erstmals in Werne vertreten sind. Zudem zählen die Veranstalter elf Fahrgeschäfte für Kinder.

Traditionell wird Sim-Jü am Samstagmittag (26. Oktober), 14 Uhr, mit dem Hissen der Freifahne eröffnet. Und danach geht es für Bürgermeister Christ traditionell ins Fahrgeschäft, das auf dem Marktplatz steht.

„Welches Karussell war das noch einmal?“, wollte das Stadtoberhaupt wissen. „Mr. Gravity“ – das Hochfahrgeschäft, bei dem 5G-Kräfte auf den Körper wirken, wird es sein. „Das wird optisch ganz toll aussehen“, verspricht Rainer Schulz. „Für den Bürgermeister gilt das aber nach der Fahrt dann nicht mehr“, entgegnet Lothar Christ mit einem Schmunzeln. Die Vorfreude, sich wieder durch die Luft schleudern zu lassen, ist spürbar.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek