Tatort Kita? Wegen des Vorwurfs der Misshandlung zogen die Verantwortlichen personelle Konsequenzen in der Kita Jona. Eine Mitarbeiterin wurde suspendiert. © Andrea Wellerdiek
Kita in Werne

Vorwurf der Misshandlung: Mitarbeiterin der Kita Jona wird suspendiert

Misshandlung in der Kita? Wegen des Vorwurfs der Kindesmisshandlung wurde eine Mitarbeiterin der Kita Jona in Werne-Stockum suspendiert. Darüber hinaus zieht der Träger weitere Konsequenzen.

Es ist der Horror für alle Eltern: Das eigene Kind wird misshandelt – und das in einer vermeintlich sicheren Umgebung. Von Menschen, denen man die eigene Tochter oder den eigenen Sohn anvertraut hat. Wegen des Vorwurfs der Misshandlung gab es personelle Konsequenzen in der Kita Jona in Werne.

Fehlende Informationen, Kritik am pädagogischen Handeln und der Vorwurf der Misshandlung – Eltern hatten erhebliche Beschwerden in der Evangelischen Kita Jona in Werne-Stockum geäußert und damit einen „Veränderungsprozess“ eingeleitet. Eine Mitarbeiterin wurde suspendiert.

Vorwurf der Misshandlung steht im Raum

„Wir haben die Beschwerden sehr ernst genommen und sind diesen in enger Abstimmung mit dem Jugendamt mit aller gebotenen Sorgfalt nachgegangen“, betont Geschäftsführerin Jutta Heinert vom Evangelischen Kirchenkreis Hamm, der Träger der Kita Jona ist. Neben der Kritik im Umgang in pädagogischen Situationen und der Forderung nach zusätzlichen Öffnungszeiten im Rahmen der Corona-Maßnahmen stand zudem der Vorwurf der Misshandlung im Raum, wie Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich, Assessor und Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Hamm, auf Anfrage bestätigte.

Die Atmosphäre in der Kita Jona in Werne hat sich deutlich verbessert, seit es personelle Konsequenzen gab, berichtet eine Mutter, die im Elternrat der Kita ist. Nachdem Vorwürfe der Misshandlung bekannt geworden sind, wurde eine Erzieherin suspendiert.
Die Atmosphäre in der Kita Jona in Werne hat sich deutlich verbessert, seit es personelle Konsequenzen gab, berichtet eine Mutter, die im Elternrat der Kita ist. Nachdem Vorwürfe der Misshandlung bekannt geworden sind, wurde eine Erzieherin suspendiert. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

„Wir haben die zuständigen Behörden hinzugezogen. In Kooperation mit dem Jugendamt in Werne hat man entschieden, dass keine weiteren Maßnahmen getroffen werden müssen. Denn der Vorwurf konnte nicht erhärtet werden“, erklärt Walther-Sollich.

Es handelte sich laut Jutta Heinert um eine konkrete und mögliche Gefährdungssituation zwischen einer Mitarbeiterin und einem Kind während einer Bildbetrachtung. Daraufhin hatte das Kind Aussagen getroffen. „Die Situation konnte nicht aufgeklärt werden. Und der Verdacht konnte nicht erhärtet werden“, so Heinert. Die Vorwürfe hätten allerdings für schnelle Unruhe in der Elternschaft gesorgt.

„Um die Situation zu beruhigen und offen damit umzugehen, haben wir direkt das Gespräch mit den Eltern gesucht“, erklärt Heinert. Zeitnah nach Eingang der Beschwerden habe man am 8. September eine Elternversammlung einberufen, zu der laut Kirchenkreis alle Kita-Eltern eingeladen wurden.

Im Beisein von Jugendamt-Mitarbeitern habe Geschäftsführerin Heinert die Eltern umfassend informiert und alle aufkommenden Fragen beantwortet, teilt Walther-Sollich mit. Zeitnah danach habe man schließlich personelle Konsequenzen beschlossen. „In engem Einvernehmen mit Kita-Leiterin Gabriele Kleiner wurde danach ein Veränderungsprozess eingeleitet. Dazu gehört die Neubesetzung der Leitungsstelle für die Kita, die zeitnah umgesetzt wird“, erklärte Walther-Sollich. Zurzeit gibt es eine vorübergehende Kita-Leitung.

Mitarbeiterin der Kita Jona in Werne suspendiert

Darüber hinaus wurde die Mitarbeiterin, gegen die der Vorwurf erhoben wurde, direkt nach der Elternversammlung Anfang September vom Dienst freigestellt. Die Suspendierung erfolgt auf Dauer und werde endgültig für die Kita Jona gelten, erklärte Heinert. Der Elternrat sei generell fortlaufend informiert und an dem Prozess beteiligt worden. „Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft für das Wohl der uns anvertrauten Kinder und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern einsetzen“, sagt Jutta Heinert. Und weiter: „Das ist keine glückliche Situation für uns.“

Die Geschäftsführung des Fachbereichs Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Hamm habe in Abstimmung mit dem Jugendamt der Stadt Werne und dem Landesjugendamt auf die Beschwerden der Eltern reagiert, heißt es weiter.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek