Opa Gisbert und seine Enkel markieren die neuen Werner Wanderwege

rnWandern in Werne

Wernes neue Rundwanderwege nehmen Form an. Die ersten Wegemarkierungen sind bereits angebracht. Um das auf einer Gesamtstrecke von 45 Kilometern zu schaffen, hat sich Gisbert Bensch ungewöhnliche Unterstützung geholt.

Werne

, 08.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gisbert Bensch, ehemaliger Tiefbauamtsleiter und Projektleiter bei der Stadt, ist gerne in der Natur unterwegs. Und derzeit ist er das sogar in besonderer Mission. Auf dem Gepäckträger seines Fahrrads hat er einen kleinen Werkzeugkasten befestigt. Eine Silikonspritze, Putzlappen und kleine Schildchen mit der Aufschrift „W3“ sind darin. Bensch schiebt sein Rad durch den Werner Stadtwald. Es ist bewölkt, regnet aber nicht. Auch die Temperatur ist angenehm. Ganz passable Bedingungen also für eine Wanderung. Doch die ist in diesem Falle keine gewöhnliche.

Bensch ist nicht alleine unterwegs, sondern mit seinen Enkeln Verena (8) und Christopher (7). Die Kleinen rennen ein Stück voraus und bleiben an einem der Bäume stehen. Dann kommt das Equipment zum Einsatz. Zunächst wird ein Stück Rinde vom Baum geschabt, dann wird das kleine Aluminium-Plättchen mit Silikon befestigt. Es ist eine von vielen Wegmarkierungen, die Bensch und seine Enkel in diesen Wochen in den Wäldern und entlang der Felder in Werne anbringen.

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Gisbert Bensch markiert Wernes neue Wanderwege

Rechnet man alle neun neuen Rundwanderwege der Lippestadt zusammen, kommt man auf eine Distanz von 45 Kilometern. Eine stattliche Strecke also, die in regelmäßigen Abständen markiert werden muss, damit sich auch bloß niemand beim Wandern verläuft. „Die Werner kennen sich auf den meisten Wegen natürlich aus, aber es sollen ja auch Leute von außerhalb kommen. Außerdem sollen die Kinder die Wege auch eigenständig erkennen“, erklärt Bensch.

Unterstützung bekommt Bensch auf seiner Mission von seinen Enkeln Verena (8) und Christopher (7).

Unterstützung bekommt Bensch auf seiner Mission von seinen Enkeln Verena (8) und Christopher (7). © Felix Püschner

Seine Enkel nehmen ihrem Opa also nicht nur ein bisschen Arbeit ab - sie sorgen auch dafür, dass er die Markierungen kindgerecht anbringt. Auf Augenhöhe sozusagen.

Kürzester Wanderweg führt durch den Werner Stadtwald

Die neuen Rundwanderwege waren auf Initiative des Wanderclubs Werne entstanden. Der Stadtwald ist mit 3,3 Kilometern die kürzeste Strecke. Die längste führt durch Langern und den Cappenbergerwald und misst etwas mehr als sieben Kilometer. Vom Wanderparkplatz an der Varnhöveler Straße aus lassen sich gleich vier Wege miteinander kombinieren. Dann ist man mehrere Stunden unterwegs.

Ein voller Werkzeugkasten: Einfach so ankleben geht nicht. Zum Glück gibt es für offizielle „Wegemarkierer“ sogar Schulungen.

Ein voller Werkzeugkasten: Einfach so ankleben geht nicht. Zum Glück gibt es für offizielle „Wegemarkierer“ sogar Schulungen. © Felix Püschner

Bensch und seine Helfer sind schon einige dieser Wege abgegangen, um sie zu markieren. So richtig fertig ist aber noch keiner. Der Grund: Die Schilder sind den Wegemarkierern ausgegangen. Und mal eben auf die Schnelle ließ sich der benötigte Nachschub nicht besorgen. Auch die großen Tafeln mit den Übersichtskarten, die an den Startpunkten der Wege aufgestellt werden sollen, fehlen zum Teil noch.

„Die Mitarbeiter der Verzinkerei waren coronabedingt in Kurzarbeit. Da hat sich alles leider ein bisschen verzögert“, sagt Bensch. Er sei allerdings zuversichtlich, dass bis spätestens Mitte August alle Wege vollständig ausgezeichnet sind. An dem Engagement der Wegemarkierer sollte das jedenfalls nicht scheitern.

Gisbert Bensch markiert einen der Bäume im Werner Stadtwald. Die neuen Rundwanderwege waren auf Initiative des Wanderclubs Werne konzipiert worden.

Gisbert Bensch markiert einen der Bäume im Werner Stadtwald. Die neuen Rundwanderwege waren auf Initiative des Wanderclubs Werne konzipiert worden. © Felix Püschner

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