Warum Kurt Wörmann aus Werne Ehrenamtler ist

Soziales Engagement

Ortsverbands-Vorsitzender beim Sozialverband VdK, Gründungsmitglied des THW, ehemaliger Betriebsrat, aktiver ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Dortmund und, und, und: Kurt Wörmann aus Werne ist der Prototyp eines Ehrenamtlers. Das Medienhaus Lensing Hilfswerk sucht Leute wie ihn, um deren soziale Projekte mit 5000 Euro zu fördern.

WERNE

, 29.08.2017, 07:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurt Wörmann spürt schon als Knirps diese Regung: Wenn ein Mitschüler ungerecht behandelt wurde, „dann setzte ich mich für ihn ein“, sagt Kurt Wörmann. Der Blick auf den anderen ist bis heute, in seinem 71. Lebensjahr, geblieben. Er sagt es nüchtern, sachlich, ohne eine Spur von Aufschneiderei: „Ich helfe gerne anderen Menschen.“

Und das nicht gerade wenig. Obwohl selbst unter Luftnot (COPD) leidend, rechnet er seine Wochenstunden in Sachen Ehrenamt auf 15 bis 20 hoch. „Ein Halbtagsjob“, sagt er in seiner bedächtigen, der Luftnot geschuldeten Sprechweise und lächelt. Er lächelt viel in unserem Gespräch und man glaubt es ihm: Ehrenamtliches Engagement kann höchst erfüllend sein.

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Auch nach der Pensionierung weiter engagiert

So richtig los ging es für Kurt Wörmann, als ihn die Bundeswehr Mitte der 1960er-Jahre als untauglich ausmusterte: „Da fragte ich mich, was ich stattdessen für die Gesellschaft tun könnte.“

Der gebürtige Werner trat kurzerhand 1965 in die Luftschutzhilfsgruppe ein, die Vorgängerorganisation der zwei Jahre später gegründeten THW-Gruppe Werne. Während seines Berufslebens als Einzelhandelskaufmann und Logistiker bei Karstadt engagierte er sich im Betriebsrat und in der Gewerkschaft. Nach der Frühpensionierung im Jahre 2005 wollten er und Ehefrau Karin nicht untätig sein. „Wir haben uns dann im VdK engagiert“, sagt die 65-Jährige.

Kleine Spenden helfen oft viel weiter

Den damals nicht sehr aktiven Ortsverband brachte Wörmann schnell nach vorne. 2007 übernahm er den Vorsitz, damals mit 130 Mitgliedern. „Heute sind es 451“, sagt er. „453“, korrigiert die Gattin, „ in der letzten Sprechstunde hat er wieder zwei Neue aufgenommen.“ Kurt Wörmann lächelt.

Engagement, Kenntnisse, Kontakte sind das eine. Das andere sind die Finanzen. Wie wichtig sind Spenden für solch freiwilligen Einsatz? „Ich sage mal: Ohne Moos nix los“, antwortet Wörmann. So hätte er sich für seine COPD-Selbsthilfegruppe öfter mal mehr Spendengeld gewünscht, um etwa Fachreferenten von außerhalb bezahlen zu können. „Denn solche Referate können den Betroffenen direkt helfen.“ Oder nur Kleinigkeiten: Die Fachärzte vom Christophorus-Krankenhaus hielten ihre Vorträge zwar kostenlos, „aber man möchte ihnen doch wenigstens ein kleines Präsent überreichen“, sagt er: „Auch das kostet.“

Ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht bis 2022

71 Jahre alt, gesundheitlich nicht auf der Höhe, Multifunktionär. Wie geht‘s weiter, was ist sein Antrieb? Wörmann lächelt wieder. „Ich erhielt erst jüngst die Bestätigung für fünf weitere Jahre als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Dortmund“, gibt er als Antwort. Perspektive also bis 2022. Seine Frau nickt. Kurt Wörmann hebt bedächtig die Stimme und sagt ohne Pathos und Aufschneiderei: „Es macht mich glücklich, anderen zu helfen.“

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