Was grunzte da in einer Werner Wohnsiedlung?

Wild- oder Hausschwein

Streunende Hunde oder Katzen sind nichts Ungewöhnliches. Ein streunendes Schwein hingegen schon - das dachte sich auch eine Anwohnerin der Jahnstraße in Werne, als sie am Samstagabend aus dem Küchenfenster blickte. War der "Übeltäter" ein Wildschwein - oder ein ausgebüchtes Hausschwein aus der Nachbarschaft?

WERNE

, 07.08.2017 / Lesedauer: 3 min

Ein streunendes Borstenvieh jagte am Samstag den Anwohnern der Jahnstraße einen Schrecken ein. Die Reaktion der Nachbarn: Ein Anruf bei der Polizei. „Wir wurden um 19.04 Uhr zu einem Einsatz gerufen“, bestätigt Ute Hellmann, Pressesprecherin der Kreispolizei Unna, auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir sollten ein entlaufenes Hausschwein finden.“ Diese Suche verlief ergebnislos - allerdings schrieben die Beamten einen Bericht, der an das Ordnungsamt weitergeleitet wurde.

Dort hatte man am Montag bereits von der Geschichte gehört. „Es stimmt, dass sich ein Nachbar wegen eines Schweins beschwert hat“, erklärte Jürgen Menke. Grundsätzlich sei es nicht verboten, sich ein solches Tier im Garten - oder auch im Haus - zu halten. „Solange es eben nicht die Nachbarsgärten verwüstet“, schränkt Menke mit Blick auf den nun vorliegenden Fall ein. Richtlinien, wie es sie zum Beispiel für unterschiedliche Hunderassen gibt, existieren für Schweine nicht.

Schweinehalter fängt entlaufenes Borstenvieh wieder ein

Gut möglich also, dass Mark Bäcker demnächst Besuch vom Ordnungsamt bekommt. Denn er hält ein Schwein im Garten, der wiederum rückwärtig an die betroffenen Grundstücke der Jahnstraße angrenzt. Neben einem Stall befindet sich dort auch ein eingezäuntes Gehege. Aber: „Unser Schwein ist am Samstag ausgerissen, weil die Kinder vergessen hatten, die Tür zu schließen.“

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Ein Nachbar habe ihn schließlich angerufen und darauf hingewiesen, dass sein Tier in den Straßen der Siedlung unterwegs sei. „An der Capeller Straße haben wir ihn wieder eingefangen“, so Bäcker gegenüber unserer Redaktion. Von dem Polizei-Einsatz in der Jahnstraße habe er nichts mitbekommen.

Wildschweine ziehen momentan aus dem Cappenberger Wald

Dass es sich bei dem ungebetenen Gast um Bäckers Borstenvieh gehandelt hat, ist also zumindest sehr wahrscheinlich. Die Anwohner der Jahnstraße hatten zuerst an ein Wildschwein gedacht – was weitaus weniger angenehm gewesen wäre: „Die Keiler sind zurzeit alleine unterwegs. Sie ziehen aus dem Cappenberger Wald und der Davert nach Süden“, weiß Klaus-Jürgen Buse vom Hegering Werne. „Und das letzte, was diese Tiere brauchen, ist Unruhe.“

Buse hält es für möglich, dass Wildschweine zum Beispiel durch die Amazon-Baustelle versprengt werden. „Aber auch Motocrossfahrer oder selbst Hunde können solche Tiere nervös machen.“ Die würden sich dann durchaus in Wohngebiete verirren.

Wilde Keiler können sehr aggressiv reagieren

Wer einem Wildschwein begegnet – ob im Wald oder in der Stadt – sollte laut Buse zwei Dinge tun: „Erstens, Ruhe bewahren. Zweitens, schnell weglaufen.“ Denn die Keiler seien alles andere als zutraulich und würden mit ihren messerscharfen Zähnen eine erhebliche Gefahr darstellen.

Egal, welches Exemplar es denn nun war - die Anwohner der Jahnstraße haben definitiv Schwein gehabt.

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