"Wenn andere das essen. . ."

Werne " Mit 17 hat man noch Träume" sang einst Peggy March. Der 17-jährige Simon Schenk hat sich einen Traum erfüllt: Er hat ein Jahr lang in Thailand gelebt.

20.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ich habe eine völlig andere Kultur erlebt, habe Freunde gefunden und eine Menge Erfahrung gesammelt", schwärmt Simon. Zu der völlig anderen Kultur zählt offensichtlich auch eine völlig andere Esskultur. Der junge Werner hat außer den auch für westliche Gaumen schmackhaften Reis-, Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichten frittierte Skorpione und Vogelspinnen "verputzt". "Ameisen- oder Wespensuppe hab´ ich auch nicht verschmäht", erzählt der Christophorus-Schüler mit einem verschmitzten Lächeln. Frösche und Affen standen ebenfalls auf dem Speiseplan seiner drei Gastfamilien. "Ich habe mir ganz einfach gesagt: Wenn die anderen das essen..."

20 Kilo Gepäck

Am 9. August des vergangenen Jahres hat Simon Schenk im Rahmen des Austauschprogramms des Rotary-Clubs Lünen auf dem Airport Frankfurt International den Flieger nach Bangkok bestiegen - mit gerade mal 20 Kilo Gepäck.

"Ich dachte schon, das ist ein bisschen wenig für ein Jahr, aber ich wusste ja, dass es in Thailand ziemlich warm ist", erinnert sich Simon.

Tatsächlich: "Ich hatte eine lange Hose und einen Pulli dabei - die habe ich kein einziges Mal gebraucht."

Kein Wunder, im Winter herrschen in Thailand Temperaturen von durchschnittlich 28 Grad, "wenn´s kalt wird und nachts sind´s aber auch noch 25 Grad."

Weniger angenehm sei es, wenn das Quecksilber auf über 40 Grad steige, erst recht, weil die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sei. "Am Anfang war das ziemlich schwierig für mich, aber man gewöhnt sich dran." Simon Schenk hat in der Provinzhauptstadt Trang in der Nähe des bekannten Phuket beinahe gelebt wie ein Thai: Von 8 bis 16.30 Uhr war zunächst Schule angesagt. Dem Unterricht mit seinen Grundkenntnissen in der thailändischen Sprache zu folgen, war für den Lippestädter nicht ganz einfach. "Außerdem sind in Thailand die Klassen sehr groß. In meiner Klasse 11 waren 50 Schüler, in Werne 21", erzählt Simon. Und, kaum zu glauben: Nach dem offiziellen Unterrichtsende, selbst an den Wochenenden und in den Ferien treffen sich Schüler und Lehrer, um freiwillig zu lernen und zu lehren.

Simon Schenk indes zog es nach dem Unterricht mit Freunden - Thais und Austauschschüler aus Australien, Brasilien und Amerika - zum Teetrinken ("vernünftigen Kaffee gibt es nicht, Bier und Wein nur mit ganz viel Eis").

Schätzen gelernt hat der passionierte Fußballer in seinem Gastland eine neue Sportart: Thai-Boxen. "Das macht da jeder, schon die ganz Kleinen boxen mit."

Tausende Kilometer

In den Ferien tourte er durchs Land: Tausende von Kilometern per Bus, Bahn und Schiff. "Wenn ich zurück gekommen bin und erzählt habe, wo ich überall gewesen bin, kannten meine Gastfamilien viele der Gegenden und Orte gar nicht.", staunte Simon nicht schlecht

Zwischendurch hatte Simon mehrmals Besuch aus der Heimat: Vater Uwe kam für drei Wochen mit Simons Schwester Miriam und seinem Bruder Lukas herüber gejettet: "Das war ziemlich lustig, mein Vater musste den Mietwagen fahren, aber in Thailand gilt Linksverkehr ..." Zwei Cousins und zwei Tanten nutzten ebenfalls die Chance, sich von Simon das Land zeigen zu lassen.

Vor wenigen Tagen ist Simon Schenk zurückgekehrt. Große Schwierigkeiten, sich wieder einzuleben, hatte der Jugendliche nicht, nur ein "Problemchen": "In Thailand habe ich Skorpione, Ameisen und Vogelspinnen gut vertragen, das deutsche Essen liegt mir aber ganz schön schwer im Magen." zi-

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