Die Zahl der Online-Ausleihen in der Stadtbücherei hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr erhöht. © Helga Felgenträger
Städtische Bildungseinrichtungen

Werne: Ernüchternde Bilanz für Stadtmuseum und Bücherei im Pandemie-Jahr 2020

Viele Veranstaltungen konnten im Stadtmuseum und in der Stadtbücherei 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. In der Bücherei hat sich eine Zahl immerhin positiv entwickelt.

Hinter dem Karl-Pollender-Stadtmuseum in Werne und der Stadtbücherei liegen ein schwieriges Jahr 2020. Durch die Corona-Maßnahmen waren beide Einrichtungen viele Wochen geschlossen.

Kulturdezernent Alexander Ruhe und Abteilungsleiterin Kathrin Kötter informierten bei einer Pressekonferenz über die Situation der beiden städtischen Einrichtungen im Pandemie-Jahr 2020.

Besucherzahl gesunken, Online-Leihen gestiegen

Bereits am 17. März 2020 musste die Stadtbibliothek im Rahmen des ersten Corona-Lockdowns schließen. Die Stadt reagierte mit verschiedenen Serviceangeboten für die Kunden auf die Situation: ein Bestell- und Abholservice, Schnupperausweise für die „Onleihe24“ und eine unbürokratische Verlängerung des Ausweisgültigkeit.

Ab dem 19. Mai konnte die Stadtbibliothek bis Mitte Dezember schrittweise geöffnet werden. An die erste Wiedereröffnung im Mai waren gekoppelt Auflagen zur Hygiene, die Steuerung des Zutritts, die Vermeidung von Warteschlangen und ein 1,5-Meter-Abstand. In den nächsten drei Schritten folgten weitere Öffnungen. So konnten im Sommer beispielsweise sogar wieder Vor-Ort-Workshops für Kinder und Jugendliche gehalten werden. Ab dem 16. Dezember folgte dann die erneute Schließung bedingt durch die Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

„Von Juli bis September hatten wir fast Regelbetrieb. Aber die Unsicherheit der Menschen spüren wir trotzdem überall. Es ist schade, weil wir gerade erst die Wohlfühloase im ersten Stock realisiert hatten“, sagt Kulturdezernent Alexander Ruhe. Das schlägt sich in den Zahlen nieder: die Zahl der Besucher sank von 31.808 (2019) auf 18.005 (2020), die Zahl der Veranstaltungen von 127 (2019) auf 34 (2020) und die Einnahmen sanken von 22.998 Euro auf 17.651 Euro. Die gesamte Zahl an Ausleihen sank von 110.136 (2019) auf 91.309 (2020). Die digitalen Ausleihen nahmen aber zu: von 14.093 im Vorjahr zu 17.696 im Pandemie-Jahr 2020.

Bürgerbeteiligung im Stadtmuseum

Ähnlich ernüchternd sah das Corona-Jahr 2020 für das Stadtmuseum aus. Mit dem ersten Lockdown im März 2020 folgte auch hier die Schließung bis in den Mai. Allerdings kamen verglichen mit den Vormonaten mehr Besucher im September und Oktober in das Stadtmuseum, wie Kathrin Kötter von der Stadt Werne erklärt. Diese positive Entwicklung sei dann mit der Schließung im November-Lockdown unterbrochen worden.

Eine Ausstellung zum Wende-Jubiläum war so nur wenige Wochen für die Werner besuchbar. Die Veranstaltungsreihe „Afterwork bei Karl“ konnte nicht stattfinden, ebenso wie sämtliche Workshops ab September. Im Pädagogik-Bereich konnte man in den Herbstferien immerhin ein Angebot für die OGS-Kinder der Wiehagenschule umsetzen. In Zusammenarbeit mit dem Gymnasium St. Christophorus wurde das Onlineprojekt 200 Jahre in 20 Dingen realisiert.

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