Werne peilt 2020 weiter ausgeglichenen Haushalt an

Stadt-Finanzen

Für 2020 hat sich die Verwaltung in Werne das Ziel gesetzt, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben - also kein Minus zu machen. Bis dahin sind ja noch ein paar Jahre. Für 2016 steht jedenfalls ein Minus von rund 8,2 Millionen Euro in den Büchern. Warum das nicht ausschließlich schlecht sein muss und welche Bedeutung diese Zahl für die Politik hat.

WERNE

, 16.10.2017, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werne peilt 2020 weiter ausgeglichenen Haushalt an

Das Stadthaus in Werne.

Die Einbringung des Doppelhaushaltes für die Jahre 2018 und 2019 steht an. Es ist das letzte Papier aus der Kämmerei, in dem noch Defizite auftauchen dürfen. Denn für 2020 hat sich die Verwaltung selbst das Ziel gesetzt, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren.

Wie dringend nötig dieser Haushaltsausgleich ist, zeigt der Abschluss für das Haushaltsjahr 2016, dessen Entwurf ebenfalls am Mittwoch in der Ratssitzung Thema ist. Rund 8,2 Millionen Euro Miese sowie eine Wertberichtigung zum Nachteil der Stadt in Höhe von rund 500.000 Euro stehen da zu Buche – vorbehaltlich der Prüfung und der endgültigen Verabschiedung durch den Rat in seiner Sitzung im Dezember.

Weniger Eigenkapital

Geld, das die Stadt nicht mehr aus der Ausgleichsrücklage nehmen kann – die ist seit 2011 aufgebraucht. Somit schrumpft also das Eigenkapital der Stadt Werne von vormals rund 34,4 zum 31. Dezember 2016 auf 25,7 Millionen Euro.

Und dabei wird es nicht bleiben, denn im Haushaltsplan stehen weitere Defizite für das laufende Jahr (rund 2 Millionen Euro), für 2018 (rund 2,2 Millionen Euro) und auch für 2019 (516.000 Euro). Auch diese Fehlbeträge werden mithilfe des Eigenkapitals gestemmt werden müssen.

Defizit ist eigentlich gute Nachricht

Wobei diese Ergebnisse nicht in Stein gemeißelt sind. Denn so merkwürdig es klingt: Eigentlich ist das Defizit für das Jahr 2016 sogar eine gute Nachricht. Denn ursprünglich war man hier von einem Minus in Höhe von 10,7 Millionen Euro ausgegangen – und schließt nun sogar rund 2,5 Millionen Euro besser ab als erwartet.

Auf Anfrage unserer Redaktion führte Stadtkämmerer Marco Schulze-Beckinghausen diese Entwicklung auf Einmaleffekte zurück.

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Ausgeglichenen Haushalt fest im Blick

Das Ziel des ausgeglichenen Haushalts 2020 hat er fest im Blick: „Hier gilt meinem Team ein großer Dank: Wir können die weiteren Planungen aus einem aktuellen Stand heraus angehen.“

Denn alle belastbaren Zahlen der vergangenen Jahre lägen der Politik mit dem nun anstehenden Jahresabschluss für 2016 vor. Und auf die Politik wird es ankommen, wie der Kämmerer in seinem Lagebericht mit Blick auf „erforderliche Umstrukturierungen an sich verändernden Gesellschaftsformen“ betont: „In besonderem Maße ist hier die Politik gefordert, der Stadt durch Vorgabe strategischer Ziele ein Bild zu geben, das für die (…) Bevölkerung sowie Unternehmen (…) attraktiv ist.“

Leistungen auf Prüfstand

Neben externen Faktoren wie Schlüsselzuweisungen, der Kreisumlage oder der Flüchtlingssituation, auf die die Stadt keinen Einfluss hat, bleiben nach Meinung von Schulze-Beckinghausen insbesondere drei Handlungsnotwendigkeiten für Verwaltung und Politik: die Optimierung der betriebsinternen Steuerungsprozesse, Maßnahmen des Personalmanagements und die Durchsicht sowie gegebenenfalls die Reduzierung von freiwilligen Leistungen.

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