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Wie eine Projektarbeit Flüchtlingskindern die Integration erleichtern soll

Karl-Pollender-Stadtmuseum

Nachhaltig ankommen in der hiesigen Gesellschaft. Dieses Ziel verfolgen 13 Flüchtlingskinder der Marga-Spiegel-Schule. Dabei soll ihnen nun eine Projektarbeit des Stadtmuseums helfen.

Werne

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Wie eine Projektarbeit Flüchtlingskindern die Integration erleichtern soll

Welche Gegenstände bei der Projektarbeit „Geschichte in Bewegung“ demnächst zu sehen sein werden, ist derzeit noch nicht klar. „Das ist die freie Wahl der Kinder“, sagt Museumsleiterin Constanze Döhrer (2. v. r in der hinteren Reihe). © Till Goerke

Es gibt viele Möglichkeiten, die es geflüchteten Menschen erleichtern, die Integration in die hiesige Gesellschaft zu schaffen. Zentraler Punkt ist dabei natürlich das Erlernen der deutschen Sprache. Da die 13 Flüchtlingskinder im Alter von 11 bis 14 Jahren der Marga-Spiegel-Schule diese bereits nach wenigen Monaten gut beherrschen, hat sich das Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit der Tischlerei Hols aus Werne und mit Unterstützung des Sozialamtes der Stadt etwas Neues einfallen lassen. Eine spezielle Projektarbeit.

Das Land NRW unterstützt die Projektarbeit finanziell

„Geschichte in Bewegung“ lautet der verheißungsvolle Name des Projektes, das vor wenigen Tagen angelaufen ist und noch bis Ende des Jahres mit Geldern des Landesprogramms „KOMM-AN-NRW“ gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, an drei Standorten in Werne (Rewe Symalla, Wiehagenschule und Berufskolleg) Objekte auszustellen, die die Kinder zuvor aus dem Fundus des Museums selbst ausgesucht haben.

Doch der eigentliche Clou ist, dass die Kinder die Ausstellungsvitrinen aus Birkenholz selbst zusammenbauen werden und auch die Texte zu den Ausstellungsobjekten selbst verfassen sollen. „Denkbar ist zum Beispiel, dass es eine deutsche Fassung gibt und eine in der jeweiligen Landessprache der Kinder“, sagt Markus Niebuhr vom Sozialamt der Stadt.

Tischlermeister ist mit von der Partie

Doch was genau hat das Sozialamt mit dem Projekt zu tun? Die Antwort von Niebuhr: „Wir geben die Fördergelder weiter und unterstützen die Arbeit.“ Ebenfalls ein Unterstützer des Projektes ist Tischlermeister Hubertus Hols mit seinem Betrieb. Ehrenamtlich, das versteht sich von selbst. In seinem Betrieb werden die mehrfach verleimten Platten aus Birkenholz zugeschnitten und die Oberfläche veredelt.

Das Zusammenbauen der Teile, die dann eine Säule mit Holzkiste und Plexiglasscheibe ergeben, sollen die Flüchtlingskinder übernehmen. „An die Maschinen können die Kinder nicht, das wäre zu gefährlich“, erklärt Hubertus Hols. Die erste Ladung Holz zum Verarbeiten liege auch schon in seinem Betrieb bereit. Wann genau die ersten Objekte ausgestellt werden können, ist derzeit noch offen.

Die Auswahl der Ausstellungsobjekte ist noch nicht geklärt

Doch was für Objekte sollen überhaupt zu sehen sein? Die überraschende Antwort von Museumsleitern Constanze Döhrer: „Das wissen wir noch nicht. Dinge aus der Ur- und Frühzeit wären möglich, aber das ist den Kindern überlassen. Es wird sicher bunt gemischt sein am Ende.“ Angestrebt sei pro Kind eine Vitrine, also werden es am Ende im Idealfall 13 Stück sein.

Und diese sollen nicht wandern, sondern zeitgleich an den drei ausgewählten Standorten zu sehen sein. „Mit dieser Projektarbeit setzen sich die Kinder mit der Geschichte und der Region auseinander. Das wird ihnen helfen, sich weiter in die Gesellschafthier zu integrieren“, erklärt Markus Niebuhr. Zudem helfe die Projektarbeit dabei, das „schiefe, politische Bild von faulen Flüchtlingen“ etwas geradezurücken.

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