Werner Ehepaar rettet 3000 Euro Urlaubsgeld vor der Müllverbrennung

rnUrlaubsgeld verloren

Christine und Johann Sanecki hatten ihre 3000 Euro Urlaubsgeld versehentlich auf den Weg zur Müllverbrennungsanlage gebracht. Nur durch einen Zufall kamen sie wieder an ihr Erspartes.

Werne

, 02.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christine (67) und Johann (68) Sanecki sitzen auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer und sind beide immer noch ein wenig fassungslos, müssen aber gleichzeitig lachen, wenn sie an den Schock denken, der ihnen am vergangenen Montagmorgen (31. August) durch die Knochen gefahren ist.

Denn mit dem alten Kühlschrank und dem Einbauschrank, den Johann Sanecki am vergangenen Donnerstag zum Wertstoffhof in Werne gebracht hatte, hatte die Familie ohne es zu wissen auch das Geheimfach mit den 3000 Euro Urlaubsgeld entsorgt. Und die sind nur knapp der Müllverbrennungsanlage in Lünen entgangen. Solche Geschichten, sagt Johann Sanecki, die kenne man eigentlich nur aus dem Fernsehen.

„Wir haben vorherige Woche Montag einen neuen Kühlschrank gekauft“, erzählt Johann Sanecki. „Da musste alles samt Umbau raus.“ Als der neue Kühlschrank dann am Donnerstag kam, war die Aufregung groß, das alte Mobiliar schnell zum Werner Wertstoffhof gebracht. Halbvoll, erinnert sich Sanecki, sei der Container da schon gewesen.

Bauhof-Mitarbeiter kippen Sperrmüll-Container einfach wieder aus

Am Montag (31. August) dann, als Johann Sanecki noch ein wenig Geld in das Geheimfach legen wollte, griff er mit seiner Hand ins Leere. Denn das vertraute Geheimfach war mit dem alten Schrank verschwunden. „Mein Mann hat mich gefragt, wo unsere Kasse ist“, erzählt seine Frau Christine Sanecki. Dann fiel es beiden wie Schuppen von den Augen, dass die beim Umbau wohl mitentsorgt worden sein musste.

Daraufhin sei zunächst ihr Mann, später auch Christine Sanecki zum Wertstoffhof gefahren. Dort erfuhr er, dass der Container, der mittlerweile randvoll war, eigentlich schon am vergangenen Samstag hätte abgeholt werden sollen. Das sei aber nur deshalb nicht geschehen, weil der Fahrer keine Zeit gehabt hätte, sagt Johann Sanecki.

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Zwei Stunden lang habe Monika Biermann vom Baubetriebshof hinter dem Fahrer hinterhertelefoniert, der den Container am Montag letztendlich abgeholt hat. Zunächst sei die Überlegung gewesen, den Container auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage in Lünen auszukippen, damit die Familie den Sperrmüll auf dem Gelände nach ihrer Urlaubskasse durchsuchen kann. „Doch da durften wir nicht auf das Gelände“, sagt Christine Sanecki.

Deshalb habe der Baubetriebshof kurzerhand entschieden, den Container auf dem Hof auszukippen - komplett. „Der Fahrer hat den Container ganz langsam ausgekippt“, sagt die 67-Jährige. „Das war wie eine Nadel im Heuhaufen.“ Sie habe ein ganz schlechtes Gewissen gehabt, sagt Christine Sanecki. Aber die Mitarbeiter des Bauhofes hätten nicht lange gefackelt, um ihre Hilfe anzubieten.

3000 Euro stecken zwischen gepresstem Einbauschrank

„Wir haben 10 Prozent von dem ganzen Haufen umgeschmissen, dann hat mein Mann das Apotheker-Tütchen mit dem Geld gefunden. Außerdem unser Sparbuch über 4,44 Euro“, sagt die Wernerin. „Ich habe drei Kreuze gemacht. Ich hätte nicht geglaubt, dass wir es wieder bekommen würden.“

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Mit einer Tafel „Merci“ bedankten sich die beiden bei dem Bauhof-Team - mehr haben die Mitarbeiter nicht annehmen dürfen, so Johann Sanecki. Dass sie ihre Urlaubskasse wiederbekommen haben, freut die Werner ungemein. Was sie aber noch mehr freut, ist die Hilfsbereitschaft der drei bis vier Mitarbeiter des Bauhofes, die den gesamten Container wieder eingeräumt haben. „Allein hätte ich das in 10 Tagen nicht geschafft“, sagt Johann Sanecki. „Uns geht es darum, den Leuten einfach nochmal ‚Danke‘ zu sagen“, ergänzt Frau Christine. „Das sind wichtige Leute.“

Und das alles vor der Tatsache, dass der Bauhof eigentlich um 12.30 Uhr am Montag zugemacht hätte. Stattdessen haben die Mitarbeiter Überstunden geschoben, so Sanecki. „Das ist heutzutage nicht selbstverständlich.“ Und das verdiene ein riesengroßes Lob. Und Christine Sanecki sagt: „Den Enkeltrick müssen wir nicht befürchten. Eher, dass wir tüddelig werden.“

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