Werner Landwirt macht sich Sorgen um künftigen Milchpreis

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Der Milchpreis bewegt sich seit Jahren kaum vom Fleck. Im Kreis Gütersloh gab es eine Protestaktion. Für einen Werner Landwirt sind die Preise noch auskömmlich, in Zukunft aber nicht mehr.

Werne

, 09.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit ein bis zwei Jahren bewegt sich der Milchpreis für Landwirte nur minimal, er liegt ungefähr bei 30 Cent pro Liter. In der Nacht zum Montag, 2. November, ist es im Kreis Gütersloh zu einer Protestaktion gekommen.

Landwirte hatten das Aldi-Zentrallager blockiert. Die Preisbindung mit dem Einzelhandelsriesen war ausgelaufen. Um die neuen Preise wird noch gekämpft.

In Werne gibt es noch zwei Höfe, die Milchkühe halten. Benedikt Fleige arbeitet auf einem der Höfe.

Grundsätzlich ist der Preis knapp

Der Hof Fleige betreibt Bullenmast, Ackerbau und eben den Milchviehbetrieb. „Für unseren Betrieb sind die Milchpreise noch auskömmlich. Wir müssen keinen Kapitaldienst leisten, sondern nur Flächen und Arbeitskosten decken“, sagt Landwirt Benedikt Fleige, „grundsätzlich ist der Milchpreis eher knapp. Wer Kredite bezahlen muss oder Fremdarbeitskräfte hat, für den wird es eng“.

In Zukunft aber bräuchte es optimalerweise einen höheren Preis für den Hof Fleige. Spätestens wenn der Generationenwechsel ansteht und Benedikt Fleige den Hof von seinem Vater übernimmt. Der 25-Jährige macht gerade noch seinen Master in Agrarwissenschaften an der Universität Kiel.

Produktion wird in Zukunft teurer

„Um zukunftsfähig zu bleiben und alle aktuell diskutierten Umwelt- und Tierschutzforderungen zu erfüllen, muss eine hohe Summe investiert werden. Das ist mein Ziel und voll in meinem Sinne. Das kostet viel Geld, was der Staat nicht komplett ausgleichen kann und die Preise sind dafür einfach zu niedrig“, sagt Benedikt Fleige.

Die Anforderungen an die Landwirte würden grundsätzlich steigen. Verbraucher und Politik fordern viel. Diese Forderungen machen die Produktion teurer, die Anstrengungen werden am Markt aber nicht vergütet, erklärt Fleige.

Er könne die Verbraucher aber verstehen: „Die Erfahrung lehrt uns, dass nicht zu hochpreisigen Produkten gegriffen wird. Die Verbraucher müssen in der Krise auch auf den letzten Cent schauen“.

Höhere Preise durch Qualität

Der Hof Fleige produziert gentechnik-freie Milch. Das gebe bei der Molkerei einen kleinen Aufpreis. Ein kleiner Zuschlag werde von der Molkerei ebenfalls für die Weidenutzung der Kühe bezahlt.

Die Corona-Krise habe keinen großen Einfluss auf den Milchpreis, denkt Benedikt Fleige. Der Preis für Bullen sei aber spürbar gefallen. Grund seien die zahlreichen Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen und die Schließung der Gastronomie, an die man viel Rindfleisch liefere. Zur Zeit stehe der Preis pro Kilo Schlachtgewicht bei 3,50 Euro bis 3,60 Euro. „Wir bräuchten aber 3,80 Euro bis 4 Euro“, sagt der Werner Landwirt.

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