Werner Matratzenproduzent Bast macht dicht

Insolvenz nach 80 Jahren

Der Kampf war vergeblich: Der Matratzen- und Lattenrostproduzent Bast muss nach mehr als 80 Jahren seinen Betrieb einstellen. Rund 100 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Dabei waren Geschäftsleitung und Insolvenzberater im April noch optimistisch.

WERNE

, 01.08.2016, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Firma Bast hat Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Die Firma Bast hat Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

„Konstruktiver Dialog mit der Leitungsebene“, „konstruktiver Dialog mit der Mitarbeitervertretung“, „überwältigende Vertrauensbekundungen der Kunden“ – so zuversichtlich klangen noch Ende April die Worte von Bast-Geschäftsführer Bernd Möllenbrink und Insolvenzberater Stefan Burk.

Dessen Burk AG sollte dem angeschlagenen Werner Unternehmen während der beantragten Insolvenz in Eigenverwaltung zu Seite stehen. Der Betrieb lief normal weiter, für die knapp 100 Mitarbeiter gebe es keinen Grund zur Sorge, hieß es vor drei Monaten.

Interessen für eine Übernahme ohne Erfolg

Nun teilte die Burk AG jedoch mit: „Eine Ausproduktion und anschließende Stilllegung des Betriebes ist unvermeidlich.“ Am Montag seien die Mitarbeiter über die Entscheidung informiert worden. Der bisherige Sachverwalter, Rechtsanwalt Stephan Michels, wurde zum Insolvenzverwalter bestellt.

„Trotz positiver Zwischenbilanz und intensiver Investorensuche muss das Traditionsunternehmen Bast in die Regelinsolvenz wechseln“, so die Mitteilung der Burk AG weiter. Zwar hätte es Interessenten für eine Übernahme der Bast GmbH gegeben, „die von möglichen Investoren angekündigten Angebote wurden jedoch nicht in der gebotenen Frist und nötigem Umfang eingereicht.“ 

Wettbewerbsdruck von ausländischen Billiganbiertern

Geschäftsführer Bernd Möllenbrink sagt: „Wir haben gemeinsam gekämpft und bis zum Schluss gehofft, dass wir eine andere Entscheidung herbeiführen können.“ Auftragslage, Liefer- und Leistungsfähigkeit wären gut gewesen, auch Betriebsrat und alle Mitarbeiter hätten ihr Möglichstes getan, um die Zukunft von Bast zu sichern. „Aber alle Unterstützung und alle positiven Signale von außen helfen nicht, wenn an anderer Stelle nicht an uns geglaubt wird.“

Als Gründe für die Schieflage des Unternehmens nannte die Burk AG wie schon im April das schwierige Marktumfeld und den Wettbewerbsdruck von Billiganbietern aus dem Ausland. Wie lange die Abwicklung des Betriebes dauern wird, stehe noch nicht fest.

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