Werner Modegeschäfte setzen auf eigene Online-Shops und Lieferdienste

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In Zeiten von Corona sind kreative Lösungen sind gefragt, damit die kleinen lokalen Unternehmen überleben können. Die Bekleidungsgeschäfte in Werne setzen daher auf Abhol- und Lieferdienste.

Werne

, 04.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon auf der Internetseite von Herrenmode Schmersträter wird man präsent auf den Lieferservice im Stadtgebiet Werne hingewiesen. Tatsächlich gab es diesen Service für Seniorenheime oder eingeschränkt mobile Kunden schon zuvor. „Die Kunden rufen bei mir an, sagen mir was sie benötigen sowie ihre Konfektionsgröße und wir vereinbare einen Termin“, erklärt Inhaber Christoph Schmersträter auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Lieferung wird natürlich auf Distanz überreicht oder auf Wunsch vor Ort abgelegt. Je nach Absprache laufe das immer flexibel und anders ab. „Häufig wähle ich Kleidungsstücke nach der Beschreibung aus. Es gab aber auch schon den Fall, dass nach einer bestimmten Jacke im Schaufenster gefragt wurde“, so Schmersträter. Für den Service verlangt er keinen Aufpreis. Die Bezahlung erfolgt auf Rechnung oder direkt bei der Lieferung.

Kostenlose Lieferung und Abholung

Auch Leenders-Moden bietet eine kostenlose Lieferung und Abholung des aktuellen Sortiments, sowie Abholung von Änderungen von Hochzeitsgarderoben an. Auch hier war der Service schon vor der Corona-Krise möglich. Die Nachfrage sei allerdings schleppend. „Es geht so. Die Kunden geben natürlich weniger Geld aus. Uns hilft allerdings jeder Umsatz“, sagt Geschäftsführer Sven Leenders.

Die Boutique Your Brands geht sogar noch einen Schritt weiter: Auf die Schnelle haben Inhaberin Anne Seidler und ihr Mann sogar einen neuen Onlineshop eröffnet. „Ich habe bereits Erfahrung mit Onlineshops, deshalb war das hier vergleichsweise einfach möglich“, erklärt sie. Dafür wurden über mehrere Tage alle Kleidungsstücke abfotografiert.

„Von unseren Stammkunden wurde das sehr gut angenommen“, so Seidler. Es laufe trotzdem weniger gut als das normale Geschäft. Es gibt auch die Möglichkeit einer telefonischen Beratung. „Von meinen Stammkunden kenne ich die Größen und den Stil. Die Beratung vorm Spiegel ist natürlich einfacher.“

Der Kauf über den Onlineshop erfolgt bargeldlos. Die Kunden können sich die Kleidungsstücke dann auf Termin im Geschäft abholen. „Ich würde die Sachen auch im Umkreis liefern, das war bisher allerdings nicht gefragt“, so Seidler. Ob der Onlineshop auch nach der Corona-Krise weiterläuft, ist noch nicht sicher: „Wenn ja, würde er vermutlich nur eine kleine Rolle spielen, aber ich bin da offen.“

Auch das Sporthaus Werne bietet derzeit im Onlineshop Kleidung an. Er ist an die Intersport-Plattform angeschlossen. „Das wird auch verstärkt angenommen“, so Geschäftsführer Martin Gößl. Der Versand ist derzeit kostenfrei. Besonders hart trifft das Unternehmen der plötzliche Einbruch der Wintersportsaison: „Schon fünf Wochen, bevor hier die Geschäfte geschlossen wurden, wurden die Skigebiete in Italien und Österreich geschlossen. So einen Einbruch haben wir noch nicht erlebt“, erklärt Gößl. Die restlichen Skier, Winterjacken und anderen Artikel sind jetzt eingelagert.

Unterwegs mit dem Modemobil

Mit ihrem Modemobil belieferte Petra Feller aus Bergkamen ihre Kunden ebenfalls schon vor der Corona-Krise - auch viele Werner. Sie besitzt überhaupt kein Ladengeschäft, sondern baut üblicherweise ein mobiles Geschäft in Seniorenheimen oder -gruppen auf und veranstaltet vor Ort Modenschauen. Auch zuvor lieferte sie Kleidung bis an die Haustür. Das Sortiment umfasst Wäsche, Schuhe und Mode speziell für die ältere Generation. Wobei es ein komplettes Damen- und Herrensortiment – auch in großen Größen – umfasst.

Einen Katalog gibt es auf ihrer Internetseite. „Ich berate auch am Telefon und frage dann Vorlieben und Größen ab“, erklärt Feller. Die entsprechende Auswahl stellt sie ihren Kunden vor die Tür. Was nicht genommen wird, nimmt sie je nach Absprache direkt oder am nächsten Tag wieder mit. Die Bezahlung erfolgt auf Rechnung oder in Bar.

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„Bisher wurde mein Angebot von Einzelpersonen noch nicht so richtig wahrgenommen“, so Feller. Gerade wenn die gewohnte Versorgungskette (zum Beispiel Wäsche waschen) durch Angehörige wegbricht, weil diese in Quarantäne sind, kann der Wäschenachschub zum Problem werden.

Sie befährt den gesamten Kreis Unna, Hamm und Soest. Durch den engen Kontakt mit Kollegen in anderen Bereichen könne sie auch flexibel weiter vermitteln. „Und was ich gerade nicht dahabe, kann ich besorgen“, erklärt Feller. Feste Öffnungszeiten gebe es ja nicht, deshalb sei sie fast rund um die Uhr erreichbar.

Kontakt zu den Händlern:
  • Petra Feller: Tel. (02389) 903 79 49, mobil: 01578 22 03 486 Petra. per Mail an feller@modemobil.de
  • Herrenmode Schmersträter: Tel. 0177 9298701, per Mail an info@herrenmode-schmersträter.de
  • Leenders-Moden: Tel. (02389) 2187, per Mail an info@Leenders-Moden.com
  • Weitere Infos zu den Angeboten der Einzelhändler, Gastronomen und Co. gibt es auf der Homepage der Stadt Werne.
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