Er war Torwart, sie war Zuschauerin - nun sind sie eine Ewigkeit verheiratet

rnDiamantene Hochzeit

Es war im Jahre 1958. Er stand als Torwart der 1. Mannschaft der Spielvereinigung Werne zwischen den Pfosten. Sie stand als Zuschauerin dahinter. Noch am selben Abend hat es gefunkt.

Werne

, 06.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wilhelm Mors erzählt die Geschichte mit einem Lächeln im Gesicht und einem Funkeln in den Augen. Der 82-Jährige sitzt mit seiner Regina (85) auf dem Sofa und schaut immer wieder zu ihr herüber, als er die Geschichte des Kennenlernens hervorkramt. Beide lächeln sich immer wieder zu. Kein Wunder: Heute, Donnerstag, 6. August 2020, sind sie auf den Tag genau 60 Jahre verheiratet.

„Ich war damals mit meinen Eltern bei dem Spiel. Da ist er mir als Torwart schon aufgefallen“, sagt Regina Mors. Abends dann im Vereinsheim Schulz an der Kamener Straße, heute das China-Restaurant Jade-Garten, legten die beiden den Grundstein für ein langes, gemeinsames Leben. „Wir haben uns sofort gut unterhalten“, sagt er. Zwei Jahre später Verlobung, im selben Jahr die Hochzeit.

Der Herrscher am Herd ist nicht die Dame, sondern Wilhelm Mors, der seine Kochleidenschaft nach der Pensionierung entdeckt hat.

Der Herrscher am Herd ist nicht die Dame, sondern Wilhelm Mors, der seine Kochleidenschaft nach der Pensionierung entdeckt hat. © Jörg Heckenkamp

Wilhelm Mors stammt aus Werne, hat Bergmann gelernt und war bis 1993 auf der Zeche in Werne und auf Heinrich Robert tätig. Regina Mors stammt aus Oberschlesien, kam im Jahre 1943 in die Lippestadt. Die gelernte Schneiderin hatte viele Jahre eine eigene Schneiderei an der Südmauer.

Das Paar zog in das Elternhaus von Wilhelm Mors an der Breilstraße. „Ich habe dort tatsächlich 80 Jahre gelebt“, sagt der 82-Jährige. 2019 wurde den Beiden das große Haus mit dem großen Grundstück einfach zu viel und sie zogen in die Stadt, in die Seniorenanlage Per Pedes an der Alten Münsterstraße. Das war offenbar genau die richtige Entscheidung.

Perfekte Wohnung für das Diamant-Paar

„Hier ist es ruhig, wir haben nette Nachbarn“, sagt Regina Mors. „Mir wurde der große Garten einfach zu viel“, sagt Wilhelm Mors. „Hier habe ich einen Balkon mit ein paar Blumen. Das reicht vollkommen.“ Die 62 Quadratmeter große Wohnung plus Abstellraum für die Rollatoren sei perfekt für sie. Und die Lage auch. „Es ist alles vor der Tür“, sagt sie. „Und jeden Freitag gehen wir auf den Wochenmarkt. Fisch auf dem Markt, das muss sein“, sagt er und lächelt wieder.

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Er lächelt viel während des Gespräches mit dem Zeitungsmann. Und sie auch. Was hat sie so lange Zeit zusammengehalten hat, will der Reporter wissen. „Weil wir uns gut verstanden haben, auch wenn es manchmal Tiefpunkte gab“, sagt Wilhelm. „Aber die haben wir immer gut überstanden“, sagt Regina. „Wir waren uns nie lange böse, haben spätestens am nächsten Tag wieder geredet“, sagt Wilhelm und blickt zu Regina. Beide lächeln.

Statt des großen Gartens pflegen Regina (85) und Wilhelm (82) Mors nur noch die Balkonblumen.

Statt des großen Gartens pflegen Regina (85) und Wilhelm (82) Mors nur noch die Balkonblumen. © Jörg Heckenkamp

Aus der Ehe des Paares Mors gingen vier Kinder hervor. Die wiederum für drei Enkel sorgten, die wiederum dem Diamant-Paar ein Urenkelkind schenkten. „Das zweite Urenkelkind ist unterwegs“, freut sich Regina Mors. Die Familie sowie ehemalige Nachbarn kommen am Samstag, 8. August, zur Jubiläums-Feier zusammen.

Mit Hobbys wollen sich die beiden über 80-Jährigen nicht mehr belasten. „Früher war es der Garten, aber, wie gesagt, das wurde mir zu viel“, sagt Wilhelm Mors. Außerdem war er lange als Vorsitzender einer Siedlergemeinschaft aktiv. „Wir genießen einfach die Ruhe hier und können den Tag so gestalten, wie wir es für richtig halten“, sagt Regina Mors.

Wilhelm Mors Hobby ist das Kochen

Ein Hobby gibt‘s dann doch: Kochen. Aber nicht von ihr, sondern von Wilhelm. „Da fing ich nach meiner Pensionierung im Jahre 1993 mit an. Das macht mir Spaß.“ Auch heute noch steht er am Herd, zaubert Gerichte für sich und sie. Lieblingsgericht: Nacken- oder Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. „Und natürlich eine Herrencreme dazu“, sagt er. Klar, mit einem Lächeln.

Vor 16 Jahren hat er es sogar mit seinen Kochkünsten ins TV geschafft. „Ich war beim Kochduell von Vox dabei“, sagt er. „Er hat den zweiten Platz gemacht“, sagt Regina Mors. Sie lächelt.

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