Werner Radfahrer ärgern sich über Verkehrsgewusel

Regelung am Stadthaus

Autofahrer von links und rechts. Ein Bus nähert sich, Fußgänger laufen über den Zebrastreifen und über den Radweg – zwischen Stadthaus und Busbahnhof herrscht täglich ein Verkehrsgewühl. Dem Fahrradclub ADFC ist diese Situation ein Dorn im Auge, groß ist die Sorge, dass ein schlimmer Unfall passieren könnte. Die Stadt winkt ab.

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, 09.12.2015, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Die Autos fahren langsam, wir haben Schilder aufgestellt, es ist hier noch nichts passiert, die Leute gewöhnen sich daran.“ Das ist die Einschätzung von Tiefbauamtsleiter Gisbert Bensch. Er hält die Verkehrsströme an diesem neuralgischen Punkt für gut gelenkt.

Das sieht der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) etwas anders. „Die Schilder Vorfahrt achten sind zu hoch angebracht. Ich hätte sie als Autofahrer glatt übersehen“, sagt Karl-Peter Kauth, Tourenführer beim ADFC.

Acht Schilder - zuviel?

Die Schilder müssen allerdings sein, um auch den Radfahrern Vorfahrt zu gewähren. Während in einem Zebrastreifen dieses Schild quasi mit eingebaut ist, besagt eine Fahrradmarkierung noch nichts über die Vorfahrtsregelung, erklärt Bensch: „Die rote Farbe allein reicht nicht. Deswegen haben wir die Schilder aufgehängt.“

Genauer gesagt acht. Jeweils ein Vorfahrt- und ein Fußgängerschild, gebündelt zu einem Pärchen und das zwei Mal in jeder Fahrtrichtung.

Hieran entzündet sich ein weiterer Kritikpunkt des Fahrradclubs: „Es hängen hier schon eine ganze Menge Schilder und es gibt zahlreiche Wege und Markierungen.“ Womit er bei einer Gretchenfrage der Planer ist: Ab wie vielen Schildern und Vorgaben verkehrt sich die regelnde Wirkung, weil der Verkehrsteilnehmer die Orientierung verliert?

Radler rätseln über Vorfahrtsregelung

Besonders wuselig ist es zu Schulbeginn- und -schluss, wenn massenhaft Jungen und Mädchen aus und zu den Bussen drängen. Das Getümmel stelle man sich morgens an einem dunklen Wintertag mit Schneeregen und schlechter Sicht vor. Gefährlich. Gefährlich, so Kauth, sei auch ein anderer Umstand. Wer hat eigentlich auf dem Radweg Vorfahrt, fragt er. Derjenige, der den neuen roten Streifen nutzt und nach links auf den regulären Radweg abbiegen will, oder der, der hier schon unterwegs ist und von rechts kommt? „Das fragen sich unserer Mitglieder, seitdem wir den neuen Überweg thematisiert haben.“

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