Werner Tafel gibt wieder in den alten Räumen aus

An der Burgstraße

Erstmals seit April 2014 hat die Werner Tafel am Mittwoch wieder Lebensmittel an der Burgstraße verteilt. Der Andrang war groß, allerdings kamen nur bereits registrierte Kunden zum Zuge. Wir waren bei der Ausgabe dabei - und haben mit Kunden sowie den Organisatoren gesprochen.

WERNE

, 06.01.2016, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werner Tafel gibt wieder in den alten Räumen aus

Sind seit Januar 2016 wieder in den alten Räumen: Die ehrenamtlichen Helfer Friedhelm de Gruisbourne, Heidrun Kujanek und Waltraud Günter (v.l.).

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Ausgabe ist es voll im Innenhof des ehemaligen Möbelhauses Reuter-Tönies. Im April 2014 hatte die Tafel hier zum letzten Mal Lebensmittel an ihre Kunden verteilt – nun kehrt sie wieder zurück an die Burgstraße. Und mit ihr rund 80 Kunden, die sich vor den grauen Toren der ehemaligen Garage drängen. Viele Flüchtlinge sind darunter, stehen meist in Kleingruppen zusammen. Immer wieder hört man „Frohes neues Jahr“ oder „Wie geht’s dir“ – die Kunden kennen sich untereinander.

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„Ich bin schon fast ein Jahr Kunde“, sagt eine Frau. „Man merkt schon, dass mit der Zeit mehr Leute hierher kommen.“ Wobei es am ersten Ausgabe-Tag des Jahres weniger sind als üblich, findet Friedhelm de Gruisbourne, einer der vielen ehrenamtlichen Helfer: „In der Spitze kommen mehr als 100 Leute zur Ausgabe.“

Absage für potenzielle Neukunden

Das Prozedere beginnt gegen 9.45 Uhr, wenn die Kunden ihre Nummern aus einem Beutel ziehen können. Ab 10 Uhr kontrolliert das Team um Organisator Dieter Schimmel, ob auch jeder mit einer Nummer berechtigt ist, Lebensmittel bei der Tafel einzukaufen. „Keine neuen Kunden – no new customers“, ruft Schimmel zu Beginn der wartenden Menge zu.

Anschließend werden die Nummern aufgerufen, die in die alte Garage zur Ausgabe dürfen. „Wir lassen immer nur drei Kunden gleichzeitig rein“, erklärt Friedhelm de Gruisbourne. Ein Mann kommt hinzu und fragt in gebrochenem Englisch, ob sein Begleiter auch bei der Tafel einkaufen darf. Der Helfer schüttelt den Kopf: „Tut uns leid, geht leider nicht.“

Brot vom Bäcker, Lebensmittel aus dem Supermarkt

Die Regale in der Garage sind gut gefüllt, doch bleibt die Tafel auf Lebensmittelspenden angewiesen. „Wir bekommen Brot von den Bäckern aus Werne, der Rewe-Markt stellt uns Lebensmittel zur Verfügung, die kurz vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit stehen“, so Franz-Josef Harlinghausen. Der logistische Aufwand ist hoch – denn es gibt kein Kühlhaus, in dem man frische Lebensmittel lagern kann.

Wie viele Berechtigungskarten die Tafel in Werne über die vergangenen Jahre ausgegeben hat, können die Helfer nicht beziffern. „600 oder 700 vielleicht“, schätzt Harlinghausen. „Aber einige ziehen vielleicht weg, oder finden Arbeit und kommen dann natürlich nicht mehr.“ 

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