Werner verschickte Kinderpornos - an Polizisten

Gerichtsprozess

Das hat sich ein Mann aus Werne wohl anders vorgestellt, als er über das Internet ein Dutzend Videos und zahlreiche Bilder mit Kinderpornographie verbreitet hat: Denn der Empfänger war anders als erwartet nicht etwa ein Gleichgesinnter - sondern ein Polizist, der verdeckt ermittelte. Nun stand der Gerichtsprozess an.

WERNE

13.05.2016, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 41-jähriger Werner versandte kinderpornografische Bilder im Internet. Der Empfänger war jedoch, anders als geplant, kein Gleichgesinnter, sondern ein Beamter der Polizei, der inkognito im Internet Jagd auf solche Straftäter macht. Das führte am 9. September des vergangenen Jahres zu einer Hausdurchsuchung und am Freitag zu einem Prozess im Lüner Amtsgericht.

Die ihm zur Last gelegten Straftaten – Besitz und Verbreitung kinderpornographischer Schriften – gestand er unumwunden ein. Auf seinem Computer fanden die Ermittler 67 Bilddateien und 13 Videos. Auf allen waren kleine Mädchen im Grundschulalter in eindeutigen Posen dargestellt. Einige zeigten die Kinder, wie sie sexuelle Handlungen an erwachsenen Männern vornahmen.

Mit Bild der eigenen Tochter

„Hinter jedem Bild steht beim Erstellen der Missbrauch eines Kindes“, sagte Richterin Beatrix Pöppinghaus, „ein Erlebnis, das die Kinder traumatisiert und ein Leben lang begleitet.“ Verschickt hatte der Angeklagte die Fotos über sein Account, mit einem geschmacklosen Pseudonym versehen.

Doch viel geschmackloser war, dass er ein Foto seiner achtjährigen Tochter zu dem Pseudonym stellte. Die verhängte siebenmonatige Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, 480 Euro muss der Angeklagte in Raten an den Kinderschutzbund des Kreises Unna zahlen.

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