Deshalb wird ein Werner trotz eigener Cannabisplantage vor Gericht freigesprochen

rnGerichtsprozess

Wegen Cannabis hatte ein 43-jähriger Werner immer wieder Probleme mit dem Gesetz. Jetzt stand er vor Gericht und musste sich verantworten - besonders für seine Cannabisplantage.

von Heinrich Höckmann

Werne

, 18.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Immer wieder ist ein 43-jähriger Werner wegen des Besitzes von Cannabis mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Am Freitag, 18. Oktober, endete ein Prozess vor dem Lüner Amtsgericht für ihn mit einem Freispruch.

Angeklagt war er wegen des Besitzes von 3 Gramm Haschisch, sichergestellt bei einer Hausdurchsuchung 2017, sowie der tätlichen Auseinandersetzung mit einem Nachbarn, bei der der Nachbar verletzt worden sein soll. Der Nachbar hatte aber wohl kein Interesse mehr und war erst gar nicht als Zeuge vor Gericht erschienen.

Polizei entdeckt 70 Zentimeter hohe Cannabispflanzen

Der zentrale Vorwurf der Staatsanwaltschaft Dortmund war allerdings die von der Polizei 2016 bei einer Hausdurchsuchung entdeckte Cannabisplantage. Pflanzen, die bis zu 70 Zentimeter hoch waren, und 54 Gramm Haschisch wurden damals sichergestellt.

Das ist lange her, wurde auch schon verhandelt, doch vertagt, um zwei Gutachten einzuholen. Der Grund dafür: die lange Krankengeschichte des Angeklagten.

Unfälle, Verletzungen und Krankheiten prägten Leben des Werners

Bei einem Unfall 1985 erlitt der Werner ein Schädel-Hirntrauma. Bei einem anderen Unfall kam der Vater ums Leben und bei einem erneuten Unfall 1994 kam es wieder zu einer Schädelverletzung, mehrere Monate lag der Angeklagte damals im Koma. 1998 wurde Morbus Crohn diagnostiziert, eine chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Alle Schmerzmittel hätten nicht gewirkt, sagte der Angeklagte vor Gericht, einzig gewirkt hätte THC, der in Cannabis und Haschisch enthaltene Wirkstoff. Dr. Eberhard Lux, Schmerz- und Palliativmediziner am Marienhospital in Lünen, schloss die Möglichkeit nicht aus.

Angeklagter soll überdurchschnittlich intelligent sein

Dr. Marianne Miller, psychiatrische Gutachterin, attestierte dem Angeklagten eine organische Persönlichkeitsstörung aufgrund der erlittenen Traumata mit affektiv instabilen Defiziten. Aber auch eine überdurchschnittliche Intelligenz. Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragten dennoch in ihren Plädoyers einen Freispruch.

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