Wernes ältestes Schuhgeschäft feiert Geburtstag

Schuhhaus Rogge wird 120

Noch lange nicht ausgelatscht: Seit 120 Jahren gibt es das Schuhhaus Rogge in Werne schon. Zwei Weltkriege hat es überstanden, Wirtschaftskrisen getrotzt - im Laufe der Zeit hat sich im Schuhhandel einiges geändert. Inhaberin Veronika Risse blickt auf ein besonderes Familienunternehmen zurück.

WERNE

, 10.05.2016, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

 Damals | Heute

 

Wenn Veronika Risse zurückdenkt an die Tage, in denen man im Schuhhaus Rogge mit Röntgengeräten testete, ob der Schuh passte, muss sie schmunzeln. Das waren noch abenteuerliche Zeiten. Risse, eine geborene Rogge, leitet seit 1996 das gleichnamige Schuhaus an der Steinstraße in der dritten Generation. In diesem Jahr feiert die Firma ihren 120. Geburtstag.

Zwei Weltkriege überstanden

120 Jahre, das ist schon eine Hausnummer. Zwei Weltkriege hat das Schuhhaus überstanden, Wirtschaftskrisen kamen und gingen und jetzt muss es das Unternehmen mit dem Internethandel aufnehmen. „Es hat sich schon Einiges geändert in den vielen Jahren“, blickt Veronika Risse (61) zurück.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Heinrich Rogge, der 1982 starb, leitete Risse zusammen mit ihrer Mutter die Geschicke des Schuhhauses. Seit 1996 ist sie alleinige Inhaberin des Geschäfts an der Steinstraße. „Mein Vorteil war, dass ich schon alles kannte: die Schuhmessen, die Buchhaltung, den Einkauf“, sagt Risse, die eigentlich Industriekauffrau werden wollte. Ihr Opa Heinrich Wilhelm Rogge hatte das Schuhaus 1896 an der Kleinen Burgstraße 9 gegründet.

„In unserer Freizeit gab es am Tisch immer nur ein Thema: Schuhe.“ Das ist heute nicht mehr so. Die lange Tradition der Rogges, sie wird mit Tochter Veronika eines Tages enden. „Unsere Kinder haben studiert und werden nicht in das Geschäft einsteigen“, sagt Risse mit einem Hauch von Wehmut.

Keine Röntgengeräte mehr im Laden

Dabei ist ihr Schuhhaus das älteste seiner Art in Werne, zieht nach eigenen Angaben seit Jahren Kundschaft aus der gesamten Umgebung in die Lippestadt. Röntgengeräte im Laden gibt es inzwischen zwar nicht mehr und auch die Schuhe werden nicht mehr selbst gefertigt, so wie es Gründer Heinrich Wilhelm Rogge einst tat.

„Aber eine gute Beratung, die ist uns weiterhin sehr wichtig“, sagt Risse, die den Billigwahn der heutigen Zeit kritisiert. „Nicht nur wir, sondern auch die Orthopäden finden das nicht gut.“ Heute sei die Kundschaft auch deutlich älter als früher, aber eines habe sich nicht geändert. „Der Großteil unserer Kunden sind Frauen“. Das ist – mit Verlaub – wenig überraschend. 

Lesen Sie jetzt