Wernes SPD will mehr Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge

Bisher nur 20 Stellen

Etwa 20 der derzeit 520 Flüchtlinge in Werne haben einen sogenannten Ein-Euro-Job. Geht es nach der SPD, soll diese Zahl bald steigen. So sollen Flüchtlinge, die sich keine normale Beschäftigung suchen dürfen, dennoch arbeiten können. Mehr Stellen würden die Stadt aber auch vor neue Probleme stellen.

WERNE

, 23.02.2016, 05:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Suche geht weiter: Speisepläne werden ausgewertet. Foto: Jens Büttner/Archiv

Die Suche geht weiter: Speisepläne werden ausgewertet. Foto: Jens Büttner/Archiv

Ob als Helfer in der Schulküche, Assistenten von Schulhausmeistern oder Mitarbeiter der Stadtreinigung: Rund 20 der derzeit 520 Flüchtlinge in Werne haben einen sogenannten Ein-Euro-Job – zu wenige, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Lars Hübchen meint.

Paragraf 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes bietet die Möglichkeit, Flüchtlingen, die sich noch keine Beschäftigung auf dem normalen Arbeitsmarkt suchen dürfen, dennoch im begrenzten Maß eine Arbeitsgelegenheit zu bieten, wie Fachbereichsleiterin Kordula Mertens erklärt. Die Arbeitszeit bei diesen Jobs beträgt höchstens 100 Stunden pro Monat, die Aufwandsentschädigung 1,05 Euro pro Stunde. „Das haben wir hier in Werne schon immer angeboten, aber nur für einen kleinen Personenkreis“, so Mertens.

Vorschlag bedeutet auch mehr Personal

Grundsätzlich stehe sie dem Vorstoß, jetzt mehr solcher Arbeitsgelegenheiten zu schaffen, positiv gegenüber: Das würde aber auch mehr Personal bedeuten, etwa zum Anlernen, Kontrollieren und Abrechnen. „Das darf man nicht unterschätzen“, so Mertens.

Die SPD läuft mit ihrem Antrag bei Dr. Hermann Steiger, dem Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins Flüchtlingshilfe Werne, offene Türen ein: „Von Frauen, die in der Schulküche helfen, weiß ich, dass sie diese Arbeit sehr gerne tun.“ Sie helfe sogar bei Spracherwerb und Integration. Das sei bei den meisten anderen Tätigkeiten zwar nicht unbedingt der Fall, „aber die Flüchtlinge bekommen durch die Jobs wieder einen festen Tagesrhythmus“ – nach den Monaten der Flucht und des Wartens ein großer Gewinn.

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Verhandlung am 24. Februar

Der Vorschlag wird in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 24. Februar, um 17.30 Uhr im Stadthaus, Konrad-Adenauer-Platz 1, verhandelt. Dabei geht es auch noch einmal um die von der SPD geforderte Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge.

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