Wie die Beamten im Stadthaus den Jahresendspurt bewältigen

Gefragt: Ausweise

Weihnachtsstress bei den städtischen Beamten oder alles wie gehabt? Wir haben im Stadthaus nachgefragt, was hier vor den Ferien zum Jahresendspurt passiert. Und Einiges erfahren, zum Beispiel über verplante Reisende und Schokolade.

Werne

, 26.12.2017, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wie die Beamten im Stadthaus den Jahresendspurt bewältigen

Sylvia Watzstedt geht den Andrang auf neue Pässe gelassen an, auch wenn es viel zu tun gibt. © Jan Hüttemann

Weihnachtseinkäufe, Hektik, schnell noch etwas erledigen – diese Dinge mögen zwar viele beschäftigen. Doch im Bürgerbüro der Stadtverwaltung herrscht ungeahnte Ruhe. Zwar erledigen viele ihre Amtsgänge noch kurz vor Weihnachten, doch davon lässt sich niemand im Stadthaus aus der Ruhe bringen. Wir haben nachgehört, was die Mitarbeiter dort kurz vor der Weihnachtspause beschäftigt. Dazu haben wir mit Kordula Mertens von der Verwaltung und Sylvia Watzstedt direkt vom Bürgerbüro gesprochen.

Welche Arbeiten fallen bei Ihnen momentan ganz konkret an?

Mertens: „Das hängt insbesondere davon ab, von welcher Abteilung wir sprechen. Die Abteilung für Finanzen beispielsweise macht jetzt gerade ihren Jahresabschluss. Die haben natürlich reichlich zu tun.“ Im Bürgerbüro dagegen stehe eher das Tagesgeschäft an, wobei auch hier die Mitarbeiterinnen Statistiken und Abschlüsse, zum Beispiel über eingenommene Gebühren, anfertigen. Man merke gleichzeitig schon, dass viele Leute momentan ihre freie Zeit nutzen.

Heißt das, dass die Leute in einigen Bereichen jetzt eventuell Schlange stehen müssen?

Watzstedt verneint das: „Der Dezember ist für uns ein Monat wie jeder andere – zumindest wie jeder, in dem es auf die Ferien zugeht.“ Klar, wenn zehn Leute auf einmal kämen, müsste man vielleicht fünf bis zehn Minuten warten, dann käme man aber auch direkt dran. Außerdem: „So kurz vor Weihnachten sind die allermeisten sogar wirklich gut gelaunt und eben nicht gestresst.“ Die Mehrarbeit, die durch die diversen Abschlüsse im Bürgerbüro anfällt, sei dahingehend aber handhabbar. Was die Wartezeiten angeht und den höheren Kundenverkehr, sei daher alles im Rahmen.

Mit welchen konkreten Anliegen kommen die Bürger momentan ins Stadthaus?

Das sind, so Watzstedt, ganz klar Personalausweise und Reisepässe. Wenn es schnell gehen muss, stelle die Stadt im Notfall auch vorläufige Pässe aus, die jedoch nicht uneingeschränkt gültig sind – zum Beispiel in visapflichtigen Ländern. „Dazu kommen noch viele Eheschließungen, die möglichst dann noch in diesem Jahr geschehen sollen“, ergänzt Mertens hinsichtlich des Standesamts.

Gibt es Änderungen zum Jahreswechsel, warum viele noch so kurzfristig ins Stadthaus kommen?

Die gebe es nicht. Dennoch: „Normalerweise schreiben wir alle etwa einen Monat, bevor zum Beispiel ein Ausweis abläuft, an, um sie darauf hinzuweisen. Nicht selten erledigen viele das aber erst dann, wenn sie konkret an ihren Urlaub denken und diese Dinge dann dringend brauchen. Da hat schon der ein oder andere mal kalte Füße bekommen“, erklärt Watzstedt.

Das habe bereits zu skurrilen Situationen geführt. „Ein spezieller Kandidat stand mal in Düsseldorf am Flughafen und hat da erst festgestellt, dass er keinen gültigen Reisepass hat. Der ist schnell zu uns rübergefahren und hat sich einen vorläufigen Pass abgeholt“, erzählt Mertens und merkt an: „In solchen Notfällen machen wir das, aber nicht in der Regel.“

Was bekommt man als Bürger dagegen nicht direkt mit?

Neben den Finanzen, die natürlich abgeschlossen sein müssen, so erklärt Mertens, habe es kürzlich auch eine Systemumstellung im Bereich der Grundsicherung gegeben. „Im Kreis Unna gibt es hierfür jetzt ein einheitliches EDV-System. In den vergangenen zwei Wochen haben sich zwei Mitarbeiter aus dem Bereich Soziales ausschließlich darum gekümmert. Rund 300 Fälle mussten wir hierfür neu erfassen.“ Hier war die Dringlichkeit durchaus gegeben: „Die Leute brauchen ja zum 1. Januar ihr Geld. Neben der Eingabe der Fälle mussten wir zudem Testläufe starten, ob das System zuverlässig funktioniert.“

Gibt es ansonsten wirklich nichts, woran man im Stadthaus merkt, dass Weihnachten ist?

Nach kurzem Überlegen fällt Watzstedt doch etwas ein: „Gelegentlich bringen – vor allem ältere Kunden – uns mal etwas Schokolade mit.“ Dabei ist die gesetzliche Regelung recht strikt, was die Annahme von Geschenken angeht. Bei Kleinstbeträgen könne man sich aber arrangieren: „Dann legen wir die Tafel für alle aus, somit ist das dann in Ordnung.“

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