Wie ein Werner Kopierladen seine Zukunft rettete

Druck Zuck

Um bestehen zu können, muss man sein Angebot ständig verändern: Mit dieser Einstellung hat sich der einstige Copy-Shop „Druck Zuck“ der Familie Stolpe bis heute am Werner Markt behauptet. Von dem einstigen Kerngeschäft "Drucken und Kopieren" vor 25 Jahren haben sie sich weitgehend entfernt. Was war das Erfolgsrezept?

WERNE

, 11.01.2017, 12:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im September 2016 hat der einstige Copy-Shop den Kopierservice ganz eingestellt. „Es hat sich nicht mehr gelohnt“, sagt Ralf Stolpe (56). Auch von den großen Druckern A0, A2 und A3 sowie Laminierer hat sich der Geschäftsmann getrennt.

Sogar Kunden aus den Nachbarländern

Wo einst die großen Gerätschaften rangierten, stehen jetzt Vitrinen mit mehreren 100 Disney-Figuren. Anna und Elsa sowie Cinderella strahlen um die Wette. Eine Wanduhr aus „Nightmare before Christmas“ spielt zur vollen Stunde die Filmmusik.

Sogar Kunden aus Nachbarländern reisen an, um hier die legendären Figuren zu erwerben. Am Schaufenster drücken sich die Kinder die Nase platt, um die Figuren aus der Nähe betrachten zu können – es handelt sich dabei um Porzellan-Puppen mit Gold-Auflage.

Die ganze Familie zieht mit

Doch nicht nur die Disney-Figuren locken Kunden in den Laden: Tanja (28), die Tochter von Eigentümer Ralf Stolpe und seiner Frau Andrea, hat sich auf den Verkauf der Disney-Lizenzstoffe in Werne spezialisiert. Meterweise stapeln sich die Stoffe in Öko-Tex-Qualität an den Wänden hoch. Tanja Stolpe verwertet die Stoffe dabei auch für den eigenen Bedarf: "Nähen macht mir viel Spaß“, sagt sie. Ihre Ausbildung als Kauffrau machte sie bei ihren Eltern, danach blieb sie im Geschäft. Und auch ihre Schwester Sarah (31) hilft im Laden mit.

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„Nur wer mit Leidenschaft hinter den Produkten steht, hat Erfolg“, ist Mutter Andrea Stolpe (52) überzeugt. Sie ist die Spezialistin für Wolle, die ebenfalls ins Sortiment des ehemaligen Copy-Shops aufgenommen wurde. Andrea Stolpe ist leidenschaftliche Strickerin und Häklerin. Auf Facebook verkauft sie ihre handgearbeiteten Figuren und Socken.

Von Anfang an im Internet

Ein Teil des Erfolgsrezepts der Stolpes ist auch der Online-Vertrieb der verschiedenen Produkte. Ohne Internet hätte sich die Familie nicht auf dem Markt behaupten können, ist sich Ralf Stolpe sicher. Er ist leidenschaftlicher Sammler von Modellautos, die er sowohl im Laden als auch im Internet-Shop verkauft. Vier Ebay-Shops hat er inzwischen. An seinen ersten weltweiten Auftrag erinnert er sich noch gerne: „Die Bestellung kam aus Japan.“  

Blick in die Geschichte
1991 eröffneten Stolpes an der Burgstraße 31 ihr Ladenlokal. 1997 zogen sie an die Steinstraße 36 und 2005 wechselten sie an die Bonenstraße 35.
Der Umzug an die von Leerständen gebeutelte Bonenstraße habe auf ihren Umsatz keinen Einfluss gehabt, sagt die Familie. Sie passen sich mit ihrem Sortiment den Veränderungen am Markt an.

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