Wiehagen-Schule: Neubau könnte teurer werden

An der Stockumer Straße

Finanziell ist das Bauvorhaben im Rahmen: 9,9 Millionen sollen für den Neubau der Wiehagen-Grundschule an der Stockumer Straße in Werne ausgegeben werden. Aber: Es könnte mehr werden. Doch für diesen Fall haben sich die Verantwortlichen auch schon Gedanken gemacht und ein Hintertürchen gefunden.

WERNE

30.01.2017, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
So sah der erste Entwurf für die neue Wiehagenschule aus. Am 24. Januar sollen nun die Details benannt werden.

So sah der erste Entwurf für die neue Wiehagenschule aus. Am 24. Januar sollen nun die Details benannt werden.

Der Schul- und Betriebsausschusses hatte am Dienstag für den optionalen Neubau an der neuen Wiehagen-Grundschule gestimmt. Dadurch kann auch der Planungsprozess für das Schulgebäude weitergehen.

Architekt Klaus Legner präsentierte die neuesten, konkretisierten Entwürfe. Im Frühjahr 2019 soll die Schule fertiggestellt sein. Finanziell ist das Bauvorhaben im Rahmen. 9,9 Millionen sollen ausgegeben werden. Aber: Es könnte mehr werden.

Bei Risikoreserve müsste nachgebessert werden

Marc Oberbossel vom Projektsteuerer Constrata rechnete den Politikern vor, dass die Risikoreserve von ursprünglich 6,3 auf 0,1 Prozent geschrumpft sei. „Wir empfehlen eigentlich 7 Prozent. Das wären bei diesem Bauvorhaben 600.000 Euro“, so der Experte. Die Risikoreserve soll zum Beispiel mögliche Preiserhöhungen bei Rohstoffen (Zement) oder Löhnen auffangen – eben unvorhersehbaren Ereignissen. Für die Projektkosten gab Oberbossel dem Vorhaben nur die „Gelbe Ampel“.

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„Es ist jedoch absehbar, dass das Budget eingehalten wird“, hieß es in der Verwaltungsvorlage für die Politiker. Die folgten den Beschlussvorschlägen, nahmen den aktuellen Planungsstand zur Kenntnis und beauftragten die Betriebsleitung, mit dem Projekt in die Leistungsphasen „Genehmigungsplanung“ und „Ausführungsplanung“ einzutreten.

Fördergelder als Not-Lösung

Und falls das Budget gesprengt werden sollte, gibt es noch ein Hintertürchen: das Förderprogramm „Gute Schule 2020“. Das soll zur Verbesserung der Schulinfrastruktur dienen. Werne stehen knapp 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, von denen bis 2020 jährlich 370.000 für Verbesserungsmaßnahmen genutzt werden können. 2017, so haben die Politiker beschlossen, soll das Geld vollständig für die Flachdachsanierung am Anne-Frank-Gymnasium verwendet werden.

Und wenn es „finanziellen Nachsteuerungsbedarf“ – wie es im Amtsdeutsch heißt – beim Neubau der Wiehagenschule gibt, könnte auf diesen Fördertopf zurückgegriffen werden. Ein Grund mehr für die Verwaltung und die Politik, das Fördergeld zunächst nur für das Jahr 2017 einem spezifischen Projekt zuzuordnen.

Eine weitere Maßnahme könnte sein, die Breitbandangliederung der Schulen voranzutreiben. Dafür plädierte besonders Hubertus Steiner, Schulleiter der Marga-Spiegel-Sekundarschule. 

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