Neubau der Wiehagenschule: Verantwortliche räumen Fehler in öffentlicher Aufklärung ein

Neubau Wiehagenschule

Der Bau der Wiehagenschule verzögert sich. Die Verantwortlichen räumen Fehler ein, was die öffentliche Aufklärung angeht. Man dürfe keine negativen Nachrichten verschweigen, hieß es.

Werne

, 22.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neubau der Wiehagenschule: Verantwortliche räumen Fehler in öffentlicher Aufklärung ein

Der Bezug der neuen Wiehagenschule an der Stockumer Straße verzögert sich. Der Grund sind Unstimmigkeiten mit dem Architekten. Zunächst hieß es allerdings, der Estrich trockne nicht schnell genug aus. Nun räumt die Stadtverwaltung Fehler in der öffentlichen Aufklärung des Problems ein. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Pläne für die neue Wiehagenschule stimmen die Verantwortlichen positiv, doch der Neubau sorgt für erhebliche Irritationen. Erst wurde bekannt, dass sich die Fertigstellung womöglich bis zu den Herbstferien verzögert. Der Umzug der Schüler und Lehrer findet nicht wie geplant in den Sommerferien statt. Nun wird klar, dass der Bau auch teurer wird als zunächst angenommen. Hintergrund sind unter anderem Unstimmigkeiten mit dem zuständigen Architekten.

Schon über die Ursachen der Verzögerung des Baus gab es große Verwunderung in Werne. Denn: Die Öffentlichkeit wurde falsch informiert. Für die fehlende Transparenz gegenüber der Bevölkerung und der örtlichen Presse entschuldigten sich die Verantwortlichen der Stadt nun im Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs am Mittwoch, 19. Juni.

Erst ist der Estrich Schuld, dann der Architekt

Ein Rückblick: In einem Pressegespräch am 27. Mai hatten Schuldezernent Alexander Ruhe, Frank Adamietz (Leiter des Kommunalbetriebes), Schulleiterin Klaudia Funk-Bögershausen und Björn Rother vom Gebäudemanagement der Stadt darüber informiert, dass sich die Fertigstellung der Schule verzögert, weil es Probleme mit der Austrocknung des Estrichs gibt. Deshalb würden sich Abschlussarbeiten wie Bodenbelag oder Einbauten nach hinten verschieben, hieß es seinerzeit.

Zwei Wochen später wurde ein ganz anderes Bild gezeichnet: Adamietz stellte im öffentlichen Teil der Schulausschuss-Sitzung am 6. Juni klar, dass die Verzögerung auf die Unstimmigkeiten mit dem Architekten zurückzuführen sei. Näher ins Detail sind die Verantwortlichen erst in der nicht-öffentlichen Sitzung gegangen.

Ein Fehler, wie sie heute einräumen.

„Wir haben unterschiedlich berichtet“

„Wir haben unterschiedlich im öffentlichen und nicht-öffentlichen Teil der Sitzung berichtet. Das geht so nicht. Wir müssen die Probleme öffentlich transportieren, damit nicht der Eindruck entsteht, dass die Politik etwas unter dem Deckel halten will,“ erklärte der Ausschussvorsitzende Lars Hübchen (SPD).

Frank Adamietz erläuterte, dass er nach einer Baustellenbesichtigung am 22. Mai seine Bedenken für die rechtzeitige Fertigstellung äußerte. „Diese Information wollten wir dann schnell an die Fraktionen und Presse weitergeben“, so der Leiter des Kommunalbetriebs.

Stadtverwaltung räumt Fehler ein

Dies ist dann bei einem Pressegespräch fünf Tage später passiert. Hier hieß es aber noch, der noch nicht getrocknete Estrich sei Ursache für die Verzögerung. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch in den Sitzungen von Schulausschuss und Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs sei es zu unterschiedlichen Darstellungen gekommen, räumt die Stadtverwaltung ein.

„Wir müssen uns für den Stil und die Art der Kommunikation entschuldigen. Es kann nicht sein, dass wir schlechte Nachrichten nur im nicht-öffentlichen Teil einer Sitzung behandeln“, sagt Hübchen.

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Eine schlechte Nachricht verkündet - nun im öffentlichen Teil

Eine schlechte Nachricht verkündet er nun im öffentlichen Teil des Ausschusses. Man werde mit dem Architekten, mit dem man Differenzen hatte, weiter arbeiten. Es sei aber nicht auszuschließen, sich gerichtlich mit ihm auseinanderzusetzen.

„Es bestehen Honorarforderungen, die noch nicht bezahlt wurden“, erklärt Adamietz. Einige Gewerke hätten noch nicht mit ihren Arbeiten angefangen. Der Neubau wird in jedem Fall teurer als gedacht - mindestens 150.000 Euro. Adamietz hatte die Mitglieder des Ausschusses deshalb um einen zusätzlichen Finanzrahmen von rund 200.000 Euro gebeten.

Dieser Forderung kamen die Ausschussmitglieder einstimmig entgegen. Damit wird der Neubau der Wiehagenschule rund elf Millionen Euro kosten.

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