Wiehagenschule soll Smartboards bekommen

Digitale Ausstattung für Neubau

Die digitale Schule ist derzeit ein großes Thema. Auch für den Neubau der Werner Wiehagenschule wird derzeit darüber nachgedacht, statt Kreidetafeln sogenannte Smartboards einzuführen. Doch es gibt noch immer einige Lehrer, die sich mit der Technik nicht auskennen. Und die Anschaffungskosten für die Boards sind hoch.

WERNE

, 23.06.2017, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wiehagenschule soll Smartboards bekommen

Auch in Werne sollen Schüler bald an Smartboards lernen, anstatt an Kreidetafeln.

Die Wiehagenschule, die ab Herbst 2017 auf dem Gelände der alten Weihbachschule an der Stockumer Straße neu gebaut wird, soll nicht nur optisch moderner, sondern auch zukunftsorientierter sein. Anschaffen möchte die Grundschule sogenannte „Smartboards“ für den Unterricht. Sie ersetzen die Tafel – waren in der Vergangenheit aber nicht ganz unumstritten.

Es war nur eine Randnotiz im jüngsten Schulausschuss am Donnerstagabend: der Vorschlag der CDU, die Smartboards nicht nur für die 3. und 4. Klassen anzuschaffen, sondern auch schon für die Zweitklässler und die Schulanfänger. „Das fänden wir gut“, sagte Schulleiterin Klaudia Funk-Bögershausen, „aber irgendwo müssen wir auch sparen.“ Die interaktiven Tafeln mit angeschlossenem Computer gleich für alle Jahrgänge anzuschaffen, ist derzeit also keine Option. Und trotzdem macht die Grundschule mit dem Vorhaben, in Zukunft einen interaktiveren Unterricht anzubieten, einen großen Schritt in eine digitalisierte Zukunft.

Das sind die bisherigen Erfahrungen mit Smartboards:

Smartboards gibt es in Einzelfällen bereits an der Sekundarschule, am Anne-Frank-Gymnasium läuft seit 2014 das Projekt Digitale Schule, das vorsieht, Fünftklässler von Beginn ihrer Gymnasiallaufbahn an mit dem iPad zu unterrichten. „Im Bereich der Digitalisierung sind wir schon weit vorangeschritten“, sagte Schuldezernent Alexander Ruhe gestern auf Anfrage. Man wolle die Werner Schulen in jeder Hinsicht unterstützen, Ruhe macht aber auch klar: „Wer umsteigen will, braucht unbedingt ein pädagogisches Konzept.“ Ohne geht es nicht.

Das Vorurteil, dass Schulen trotz guter und teurer Ausstattung oft immer noch mit Tafel und Kreide lernen und die technischen Geräte nur unbenutzt in der Ecke herumstehen, hält sich. Laut einer Bitcom-Studie aus dem Jahr 2016 gaben 48 Prozent der befragten Lehrer an, dass sie digitale Medien im Unterricht gerne öfter einsetzen würden, es aber nicht können. Etwa, weil sie sich mit der Technik nicht auskennen. Ruhe: „Wie die Smartboards in den schulischen Alltag integriert werden können“, sei wichtigste Voraussetzung dafür, dass es später im Unterricht klappt.

Viele Fragen sind noch offen

Werden Lehrer dafür in Zukunft technisch geschult? Wer ist für die Wartung zuständig (bis jetzt übernimmt das die IT-Administration der Stadt)? Das sind Fragen, die derzeit noch schwer zu beantworten sind – der Schulbetrieb im neuen Gebäude an der Stockumer Straße wird, wenn alles nach Plan läuft, frühestens in zwei Jahren aufgenommen. Für die ersten und zweiten Klassen soll die schon vorhandenen Tafeln mit umziehen. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch, „weil wir die Schulanfänger noch in die Schrift einführen wollen“, betonte Klaudia Funk-Bögershausen im Ausschuss.

„Wir sind im Zeitplan“, verkündete Schuldezernent Alexander Ruhe im Ausschuss. Der sieht – im Groben – wie folgt aus:
August 2017: Die Rohbauarbeiten werden vergeben;
September: Spatenstich;
Oktober: Grundsteinlegung;
Frühjahr 2019: Fertigstellung.
Der Neubau wird eine quadratische Raumstruktur haben. Optisch „arbeiten wir mit Holz und weißen Wänden“, so Ruhe. Das Farbkonzept sei aber noch nicht komplett abgeschlossen.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Auswanderung nach Schweden

Auswanderin Ellen Schöneborn (63) aus Werne: „Die Gemeinschaft im Evenkamp war einzigartig“