Entscheidung Wiehagenschule gefallen Rat ringt sich nach langer Debatte zu Beschluss durch

Redakteur
Blick auf das Schulgebäude an der Stockumer Straße.
Die Zukunft der Wiehagenschule ist nach dem Ratsbeschluss nun geklärt. © Jörg Heckenkamp
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Bereits im Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne (KBW) hatte es vor knapp zwei Wochen eine lange Diskussion über die Zukunft der Wiehagenschule gegeben. Und die wurde in der Ratssitzung am Mittwoch (7. Dezember) noch einmal getoppt. Erst nach einer zweistündigen Debatte inklusive Präsentation konnte sich die Politik zu einer – fast einstimmigen – Entscheidung durchringen.

Das Grundproblem der Schule ist schon seit längerer Zeit bekannt: Für den fünften Klassenzug fehlt aktuell der Platz. Um das Raumproblem zu lösen, hatte die Verwaltung zuletzt fünf mögliche Varianten vorgestellt – und diese nun um sieben weitere ergänzt. In den neuen Varianten bliebe die Sporthalle auf dem Schulgelände erhalten. Hinzu käme ein Erweiterungsbau beziehungsweise ein weiteres separates Schulgebäude. Eine Lösungsmöglichkeit, der man insbesondere nach dem Empfinden der CDU bislang zu wenig Beachtung geschenkt hatte.

Das Problem an der Sache: Bei jeder dieser sieben Varianten würde Schulhoffläche verloren gehen. Ein No-Go, wie Schulleiterin Nicola Buschkotte in der Ratssitzung erneut betonte. Man habe schon jetzt zu wenig Fläche. Gemeinsame Aktionen durchzuführen, sei nicht möglich. Vor allem die Pausensituation sei grenzwertig.

Die beste Lösung aus Sicht der Schule: Die derzeitige Turnhalle muss zugunsten eines weiteren Schulgebäudes abgerissen werden. Buschkottes Appell an die Politik: „Treffen Sie zeitnah eine Entscheidung, bevor es zu spät ist. Sonst schlittern wir in eine Katastrophe für die Kinder der Wiehagenschule hinein.“

Flehende Worte der Schulleitung helfen

Nach diesen geradezu „flehenden Worten“ (O-Ton Andreas Schütte von der Linksfraktion) sah sich letztlich auch die CDU dazu veranlasst, für einen Abriss der Halle zu votieren. Nicht aber, ohne darauf hinzuweisen, dass man in diesem Zusammenhang schnell Klarheit schaffen müsse, wie und wo eine neue Turnhalle gebaut werden kann. Die Verwaltung hatte drei Standorte untersucht – einen im Dahl, einen am Ostring und einen weiteren an der Klöcknerstraße.

Letzterer war auch die bisherige Empfehlung. Demnach könnte auf dem jetzigen Bolzplatz an der Ecke Stollenweg/ Klöcknerstraße/ Waldstraße ein Doppelhallen-Neubau entstehen. Ein Projekt, bei dem man durchaus auf Fördermittel hoffen darf. Ginge dieser Plan auf, würde die Stadt dennoch voraussichtlich tief in die eigene Tasche greifen müssen. 11,5 Millionen Euro an Eigenmitteln wären dann fällig, so die erste Prognose. Eine Zahl, die zum jetzigen Zeitpunkt aber noch vage und nicht wirklich aussagekräftig ist, wie Bürgermeister Lothar Christ betonte.

Bei der CDU steckte man schon kurz vor Sitzungsbeginn die Köpfe zusammen.
Bei der CDU steckte man schon kurz vor Sitzungsbeginn die Köpfe zusammen. Der Grund: Die neue Vorlage zur Zukunft der Wiehagenschule kam aus Sicht der Union zu kurzfristig auf den Tisch. © Felix Püschner

Für die Fläche an der Klöcknerstraße spricht vor allem die vergleichsweise kurze Entfernung zum Standort der Schule. Die beträgt nämlich lediglich 290 Meter. Zur Fläche im Dahl müssten die Schüler mehr als 800 Meter laufen, zur Fläche am Ostring hingegen knapp 470 Meter. Raimund Hölscher (CDU) bemängelte, dass bei einem Bau an der Klöcknerstraße „ein ganzer Wald abgeholzt“ werden müsste. In diesem Fall fordere man für die Bäume, die weichen müssten, natürlich „hochwertigen Ersatz“ an anderer Stelle, merkte Klaus Schlüter (Grüne) an.

Das Abstimmungsergebnis fiel dann deutlich aus: Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder, dass die Bestandhalle auf dem Schulgrundstück an der Stockumer Straße zugunsten eines Schulerweiterungsbaus weichen muss. Zudem beauftragten sie die Verwaltung mehrheitlich damit, die Planungen für einen Hallenneubau an der Klöcknerstraße aufzunehmen.

Der aktuelle Zeitplan der Verwaltung sieht vor, dass die Bestandshalle zwischen Januar und März 2024 abgerissen wird. Mit dem anschließenden Schulerweiterungsbau wäre man voraussichtlich im Juli 2025 fertig. Für den Bau der neuen Doppelturnhalle an der Klöcknerstraße ist ein Bauzeitraum von Juli 2024 bis November 2025 vorgesehen.