Es ist ein Groß-Projekt, das nicht nur Bürgern aus Werne und Herbern ins Auge fällt. Alle Autofahrer auf der A1 sehen es auch: das neue Riesen-Windrad in Wessel.

Werne, Herbern

, 17.10.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie ein großer weiß-grauer Spieß ragt ein Turm aus der Landschaft am Katharinenweg in Werne-Wessel. Man kann schon erahnen, was dort in ein paar Tagen vollendet stehen soll. Das Windkraftrad der Olde Feld GmbH von örtlichen Landwirten befindet sich im Endspurt.

Vor Ort stehen teure Bauteile und noch teureres Equipment. Schließlich beziffert sich die Investitionssumme auf fünf bis sechs Millionen Euro. Damit nichts abhandenkommt, wird die Baustelle rund um die Uhr bewacht. „Das ist gang und gäbe beim Bau von Windkrafträdern“, weiß Simon Lins von BBWind, der Projektberatungsfirma, die den Bau der Windkraftanlage betreut.

Sicherheitsdienst am Windrad gegen Klau und Vandalismus

Vor allem in Werne – direkt an der Autobahn gelegen, aber doch mitten in der Pampa – sei dies sehr sinnvoll. Auch Vandalismus, wie Graffiti oder mutwillige Beschädigungen seien nicht unüblich. Außerdem gewährleiste der Sicherheitsdienst die Baustellensicherheit.

Windrad in Werne produziert bald viel sauberen Strom

© Jörg Heckenkamp

Der Turm aus 30 Beton- und Stahlteilen ragt bereits 159 Meter aus dem Boden der Bauerschaft. Doch damit man das Windkraftkrad als solches erkennt, fehlen noch die drei riesigen Rotorblätter. Das Erste wurde am Dienstag schon montiert. Das andere fand am Mittwoch, 17. Oktober 2018, seinen Weg in die Höhe.

Montage in einer Höhe von 159 Metern

Ein Kran muss die langen Blätter, die später den Wind einfangen sollen, 159 Meter in die Höhe heben. Dort befindet sich die Nabe, an der die Blätter fixiert sind. Ein Rotorblatt, das später den Wind einfangen soll, ist natürlich auch bei der Montage sehr windempfindlich. „Deshalb muss es sehr windstill sein, auch in großer Höhe“, erklärt Lins. „Knallen die Rotorblätter vor den Turm oder den Kran, ist das logischerweise nicht gut“. Dreht sich später eines der Rotorblätter senkrecht nach oben, ist das Windkraftrad an der höchsten Stelle sogar 229 Meter hoch.

Jedes der drei Blätter ist 70 Meter lang und wiegt 40 Tonnen. Das letzte Blatt wollen die Monteure in den nächsten Tagen in die Höhe hieven – immer abhängig vom Wetter. Möglichst windstill soll es sein.

Windrad in Werne produziert bald viel sauberen Strom

© Jörg Heckenkamp

Nachdem die Rotorblätter fixiert sind, muss nur noch der Anlagenhersteller das Windrad in Betrieb nehmen. Das könne sich aber bis in den November hineinziehen, da die Mitarbeiter das Windrad erst auf Herz und Niere testen. Erst danach fließt Strom: 11,23 Millionen Kilowattstunden pro Jahr sind errechnet.

Strom für 3200 Drei-Personen-Haushalte

Das reicht, um 3200 Drei-Personen-Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, sodass Westnetz als örtlicher Betreiber den Strom von den Landwirten quasi abkauft. Antrieb der Landwirte, so Lukas Sebbel, sei es gewesen, mehr Ökostrom zu erzeugen und regenerative Energien zu fördern. Nicht ohne Stolz weist er darauf hin, dass durch die abgasfreie Produktion 6000 Tonnen C02 eingespart werden.

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