Windradgegner in Werne erwägen Klage

Bürgerinitiative Gegenwind

Dass Werne in naher Zukunft bis zu zehn Windräder bekommen könnte, stößt nicht nur auf Freude in der Werner Bevölkerung. Seit 2014 wehrt sich die Bürgerinitiative Gegenwind gegen Windkraftanlagen in der Stadt an der Lippe. Angesichts der neuesten Pläne erwägt die Initiative sogar rechtliche Schritte.

WERNE

, 06.03.2016, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind der Auffassung, dass die Stadt zu schnell handelt und den Umweltschutz völlig außer Acht lässt“, sagt Dietmar Bülau von der Bürgerinitiative Gegenwind in Bezug auf die aktuellen Planungen zur Schaffung von Flächen für Windenergie. Auf der Informationsveranstaltung im Heidekrug redeten die Kritiker am Sonntag Klartext. Auch eine gerichtliche Klage kommt für sie infrage.

Beschließt der Stadtrat am 16. März den Flächennutzungsplan zur Nutzung von Windenergie in den Konzentrationszonen Ost III und Ost II in Wessel und folgt somit der Empfehlung des Bauausschusses, würde sich die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind rechtlichen Beistand besorgen.

Organisator von bürgerlichem Interesse überrascht

Zunächst müsste aber noch die Bezirksregierung den Plan absegnen. Erst dann gibt es etwas, was gerichtlich angreifbar wäre. Das ist das Zwischenergebnis der Mitgliederversammlung der Initiative im Landgasthaus Heidekrug. Der BI-Vorsitzende Thomas Fränzer und Pressesprecher Dietmar Bülau informierten insgesamt 22 Mitglieder und interessierte Bürger aus Horst und Wessel über den derzeitigen Stand der Dinge. „Das ist ein überwältigendes Interesse. Wir sind überrascht“, so Fränzer zu der Zahl der Gäste.

Die BI Gegenwind ist seit Juli 2014 Mitglied im Bündnis Vernunftwende NRW, das insgesamt 70 Bürgerinitiativen in NRW – darunter auch die aus Ascheberg und Nordkirchen – umfasst. Die Menschen setzen sich für eine entschleunigte Energiewende ein und kämpfen um den Erhalt von Natur, Umwelt und Lebensqualität. Sie wollen die Energiewende mitgestalten und ihr zum Erfolg verhelfen – eine Energiewende, die von den Bürgern getragen wird. Zudem wollen die Mitglieder des Bündnisses an den Regeln und Gesetzen mitarbeiten, um der Politik verbindliche, rechtssichere Planungshilfen zu geben.

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"Stadt handelt zu schnell"

„Wir haben nichts gegen Windenergie, sind jedoch der Auffassung, dass die Stadt zu schnell handelt, berechtigte Einwände missachtet und unter anderem den Umweltschutz völlig außer Acht lässt“, so Bülau. Fränzer verwies auf den Windpark in Werl-Hilbeck, wo drei Windräder, die als GmbH betrieben werden, wegen Fehlern bei der Umweltverträglichkeitsprüfung per gerichtlicher Verfügung stillgelegt wurden.

Die BI Gegenwind hat derzeit den Eindruck, als wolle die Stadt trotz zahlreicher Einwände ihre Planung mit Eigeninteresse durchziehen. Die Stadt habe im Planungsgebiet Ost III ein Grundstück erworben, um dort eine Anlage zu betreiben. Im Gebiet Ost I sollen mehrere Grundstückseigentümer, darunter auch ein Großgrundbesitzer, zu einem Infogespräch eingeladen worden sein.

Die Kosten für eine effiziente Windanlage würden laut Berichten von Betreiberfirmen etwa zehn Millionen Euro betragen. Für eine Verpachtung eines entsprechenden Grundstücks würden Grundstückseigentümer zwischen 10.000 und 50.000 Euro pro Jahr bekommen.

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