"Wir sind Werne"-Homepage: Reaktionen zum Aus

Info-Portal im Internet

Das Internet-Portal "Wir sind Werne" wird es nicht geben. Dort sollten sich Geschäfte, Unternehmen und Gastronomen präsentieren. Wir haben uns nach dem Aus umgehört, was wohl die Gründe für das geringe Interesse der potentiellen Partner waren. Hier geben sie Antworten.

WERNE

02.11.2016, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Wir sind Werne"-Homepage: Reaktionen zum Aus

Nach dem Aus für die "Wir sind Werne"-Homepage: Marco Jaspert (o.l.) glaubt, dass viele Internetnutzer lieber über Google suchen als über Portale. Wirt Darko Vukovic (u.r.) nutzt Facebook. Hubertus Waterhues und Christiane Steinkuhl hätten das Internetportal gerne gesehen.

Mit einer „gewissen Enttäuschung“ hatte Thomas Lohmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“, am Montag das Aus des angestrebten Internetportals bekannt gegeben – noch bevor die Seite überhaupt auf irgendeinem Monitor aufploppen konnte. Nur knapp 50 anstatt der benötigten 100 gewerblichen Partner hatten sich zum Stichtag der Aktion angeschlossen.

„Ich war von der Idee sofort überzeugt“, sagt Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann gegenüber unserer Redaktion. Direkt nach der Präsentation des Internetportals durch „Wir für Werne“ und der beauftragten Agentur Creandi hätte er seine schriftliche Zusage gegeben.

„Und auch finanziell hat mich das Angebot überzeugt“, so Waterhues. Einmalige 290 Euro sowie 29 Euro monatlich seien für so ein Portal „günstig“. „Das wäre eine tolle Möglichkeit gewesen, Werne im Internet dazustellen. Es tut mir wirklich unheimlich Leid, dass das jetzt nicht klappt.“

Zielgruppe eher bei Facebook

Das Internetportal sollte Nutzern die Möglichkeit geben, sich zentral auf einer Homepage über die Stadt, die Geschäfte, Unternehmen und Gastronomie zu informieren. Ziel sollte es sein, den „Standort Werne im interkommunalen Wettbewerb noch deutlicher herauszustellen“, so die Vorstellung von „Wir für Werne“. Dazu sollten möglichst viele Partner aus der Lippestadt ins Boot geholt werden. Dies gelang nicht.

Für Hahnenbalken-Wirt Darko Vukovic sei das Internetportal nicht interessant gewesen: „An sich ist so etwas eine gute Sache, mit der ich mich aber schon vor Jahren auseinandergesetzt habe“, so Vukovic im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Zielgruppe erreiche er über Facebook. „Da ist mein privater Account unersetzlich. Meine Zielgruppe schaut direkt da nach und geht nicht den Weg über solche Portale“, sagt Vukovic.

Man müsse nun einen Schritt weiter gehen, etwas machen, was „uns von anderen Kommunen unterscheidet. Wie zum Beispiel in Wuppertal. Dort kann man beim örtlichen Händler Online einkaufen und bekommt seine Ware noch am Nachmittag ausgeliefert“, sagt der Wirt.

„Google zu stark“

Hörgeräteakustik-Meister Marco Jaspert sieht das ähnlich: „Die meisten, die ein Geschäft im Internet suchen, gehen direkt über die Google-Suchfunktion und landen dann sofort dort, wo sie hin wollen“, so Jaspert. Google sei in dieser Hinsicht zu stark, dass Portale, über die man dann zum jeweiligen Händler gelange, nicht so sehr geklickt würden.

Christiane Steinkuhl vom gleichnamigen Elektronik Fachbetrieb ist da anderer Meinung: „Wir haben viel Zeit investiert und es ist sehr schade, dass das Portal nicht umgesetzt werden kann.“ Die Geschäftsfrau, selbst Mitglied im „Wir für Werne“-Vorstand, und Buchhändler Hubertus Waterhues finden beide, dass „eine Chance für Werne verpasst wurde“.

Wirtschaftsförderin ist enttäuscht

Da stimmt auch Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht zu: "Ich bin natürlich enttäuscht. Ich war für das Protal, weil ich es für eine sinnvolle Lösung im Sinne des Standortsmarketings für Werne gehalten habe." Die Seite sei eine gute Gelegenheit gewesen, sich zu präsentieren.

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