Wird bald bei der Horster Kita St. Marien gebaut?

Hoffen auf Infrastrukturmittel

Seit 2012 betreut der Trägerverein St. Marien die gleichnamige Kita in Horst. Mittlerweile ist das Gebäude zwischen Marienstraße und Ahlener Weg zu klein geworden – weshalb die Horster eine Erweiterung des Baus anstreben. Notfalls auch ohne städtische Hilfe.

WERNE

, 29.05.2017, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rückblende: Der alte Träger, die katholische Kirchengemeinde Seliger Nikolaus Groß (mittlerweile mit St. Christophorus fusioniert), hatte 2010 die Schließung der Kita St. Marien angekündigt. Die Horster gründeten daraufhin den Trägerverein und übernahmen zwei Jahre später die Geschäfte.

Gestartet mit einer Gruppe von 20 Kindern, besuchen seit vergangenem Jahr 25 Kinder die Horster Kita, weshalb von einer auf eineinhalb Gruppen aufgestockt wurde. Das Platzproblem wurde zunächst mit Containern, später mit dem fertiggestellten Dorfgemeinschaftshaus gelöst, wo eine halbe Gruppe bis Mitte Juli 2018 untergebracht ist.

Erweiterungsplan wird vorgestellt

Das zuständige Landesjugendamt in Münster hat allerdings signalisiert, dass dies keine Dauerlösung sein kann. Deshalb will der Förderverein Dorfgemeinschaft Horst und Wessel in der kommenden Sitzung des Bezirksausschusses (Donnerstag, 8. Juni, 17.30 Uhr, Kardinal-von-Galen-Grundschule, Kirchstraße 9) seine Pläne für eine Erweiterung vorstellen.

Mit Hilfe rechnet Vereinsvorsitzender Herbert Schulze Geiping nicht: „Die Stadt wird nichts tun“, sagte er am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Details zur Finanzierung wolle er erst in der Ausschusssitzung nennen. „Aber natürlich werde ich dann auch den Bezirksausschuss bitten, uns mit seinen Mitteln zu unterstützen.“

Damit spielt Schulze Geiping auf die Vergabe der Infrastrukturmittel in Höhe von 15.000 Euro an, die ebenfalls auf der Tagesordnung stehen. „Wenn eine Kita kein Infrastrukturmittel ist, was dann?“

Dorfgemeinschaft packt an

Schulze Geiping zeigte sich optimistisch, dass die Horster ähnlich wie schon beim Dorfgemeinschaftshaus eine Kita-Erweiterung stemmen können: „Wir werden wieder viel selber machen.“ Zweifel an der Notwendigkeit des Projekts hat er nicht: „Der Bedarf ist vorhanden. Problematisch wäre es, wenn wir nichts tun würden und am Ende Horster Kinder nach Werne gebracht werden müssten.“

Schulze Geiping verweist auf das Einzugsgebiet von Horst: „In Werne kommen zwei Kita-Gruppen auf 1000 Einwohner. Das kriegen wir hier locker hin, zumal wir nicht das eine Baugebiet haben, das einmal in 20 Jahren für einen Babyboom sorgt.“ Auch wenn die Stadt skeptisch sei: „Wir brauchen die Kita, und wir werden sie bauen.“

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Drei Fragen an Alexander Ruhe, Jugenddezernent der Stadt Werne

  • Herr Ruhe, muss sich die Stadt Werne an der Kita-Erweiterung beteiligen?

„Wenn ein privater Träger sich vom Landesjugendamt die Betriebserlaubnis holt und auch die Räume zur Verfügung stellt, haben wir darauf keinen Einfluss. Wir könnten höchstens beratend zur Seite stehen."

  • Wie beurteilen Sie die Horster Pläne?

„Zunächst mal sind wir im Jugendamt dankbar, dass der Förderverein diesen Weg gehen will. Das ist ja auch eine charmante Lösung für die Stadt. Kurz- und mittelfristig ist der Bedarf in Horst ja auch nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind Finanzierungen bei solchen Projekten auf einen deutlich längeren Zeitraum ausgelegt. Und ob der Bedarf in Horst so hoch bleibt, sehen wir zumindest als schwierig an."

  • Macht die Erweiterung für die Verwaltung Sinn?

„Das ist nicht unsere Entscheidung. Wir sehen uns aber in der Verantwortung, auf das Risiko hinzuweisen: Womöglich wird viel Geld ausgegeben, aber am Ende sind dann nicht genug Kinder da. Und es ist für Kitas in Werne vertraglich geregelt, dass Einrichtungen nicht mit Kindern anderer Städte künstlich am Leben erhalten werden dürfen."

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