Werner Wirt zu Schließungs-Beschluss: „Es ist eine Katastrophe“

rnGastro-Lockdown in Werne

Gastronomische Betriebe in Deutschland sollen ab 2. November coronabedingt schließen. In einer Blitzumfrage haben wir mit Werner Gastronomen gesprochen. „Eine Katastrophe“, sagt ein Wirt.

Werne

, 28.10.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwochnachmittag (28. Oktober) sickern die ersten neuen Corona-Verschärfungen durch. Hart trifft es gastronomische Betriebe. Sie sollen dem Vernehmen nach ab Montag (2. November) für den gesamten November schließen, bis auf Abhol- und Lieferservice. Wir haben in einer Blitzumfrage mit Wirten gesprochen.

Einer von ihnen, Siegfried Baumhove vom gleichnamigen Hotel- und Restaurantbetrieb am Markt, sagt auf Anfrage der Redaktion: „Das ist für uns eine Katastrophe.“ Besonders rege ihn auf, dass die Wirte offenbar als Sündenböcke herhalten müssten, „obwohl wir nachweislich nicht die Treiber für hohe Infektionszahlen sind“.

Viel Geld in Schutzmaßnahmen investiert - und nun das

Aus Baumhove sprudelt der Ärger im Telefonat mit uns nur so heraus. Die Kurzfristigkeit der Maßnahmen ärgere ihn. Außerdem habe er in Coronaschutzmaßnahmen investiert, „in Plexiglasscheiben und Desinfektionsspender, und jetzt müssen wir ganz dicht machen“. Damit falle neben dem Hotelbetrieb nun auch das Restaurant-Geschäft flach.

Er habe schon mit deutlichen Umsatzeinbußen in der Vorweihnachtszeit gerechnet, „denn keine Firma lädt ihre Belegschaft in dieser Situation zum Weihnachtsessen ein“. Aber dass nun auch das Tagesgeschäft wegbreche, sei bitter. Da ist es auch nur ein kleiner Trost, dass er das vor Jahren bereits eingeführte vorweihnachtliche Liefergeschäft, etwa mit dem „Gänsetaxi“, bereits weiter ausgebaut habe. Die Ausfälle durch den Gastro-Lockdown könne das nicht kompensieren.

Bettina Schriever (Kolpinghaus): „Wir sind jetzt die Dummen“

Auch Bettina Schriever vom Stadthotel im Kolpinghaus an der Alten Münsterstraße spricht Klartext. Vor einem zweiten Lockdown habe sie durchaus Angst: „Das ist für uns schon existenzbedrohend. Das kann man so sagen.“ Die Sorgen der Gastronomin kann auch die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte teilweise Erstattung der Umsatzausfälle im November kaum wegwischen.

Der letzte Lockdown sei hart genug gewesen. Die vier Angestellten habe man in Kurzarbeit schicken müssen. Ein schwacher Trost: Die Zeit der Schließung habe man für Renovierungen, Gartenumgestaltung und Co. genutzt. Dinge, die inzwischen erledigt sind. Und wenn es um Buchungen im Hotel- sowie Reservierungen im Gastro-Bereich geht, dann ist man im Kolpinghaus ohnehin schon weit unter dem, was bislang laut Verordnung möglich gewesen wäre. Ein „volles Haus“ gebe es schon lange nicht mehr. Weihnachtsfeiern seien schon vor Monaten abgesagt worden. Vor allem Touristen blieben fern. Die Leute seien eben vorsichtiger geworden.

Was Schriever durchaus auf die Palme bringt, ist aber eine andere Sache: „Dass wir Gastronomen nun die Dummen sind und bestraft werden, obwohl wir nichts falsch gemacht haben.“ Schließlich habe man sich stets an die Regeln gehalten. Das Werner Ordnungsamt sei bei seinen Kontrollen immer zufrieden mit dem Betrieb gewesen.

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