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Wohnen im Container ist keine Dauerlösung

Kritik an Asylpolitik

Heftige Vorwürfe macht Bundestagsabgeordneter Dieter Wiefelspütz (SPD) der Stadt Werne bei der Unterbringung der Asylbewerber in Containern. Sie seien etwas für den Übergang - aber nicht für das langfristige Wohnen.

WERNE

von Von Helga Felgenträger

, 24.01.2013 / Lesedauer: 2 min
Wohnen im Container ist keine Dauerlösung

Dieter Wiefelspütz bei einer Diskussion um die Unterbringung von Asylbewerbern in Werne.

"Wir leben in einem reichen Land, sind gebildet. Da ist es eine Frage der Identität, wie mit Menschen umgegangen wird", sagte er. Er forderte einen sittlichen Umgang mit Asylbewerbern.

Die lokale Agenda hatte den Politiker zur internen Diskussion über die Asylbewerber-Problematik in Werne gemeinsam mit Vertretern der Stadt eingeladen. Zu Gast waren auch Betroffene, die im Containerdorf im Lindert untergebracht sind. In Werne leben 56 Personen, meist Familien, in Wohnungen - und 56, meist Einzelpersonen, mit weiteren sieben Obdachlosen im Containerdorf am Sportplatz.So wie Rang Elahi. Der Mann aus Pakistan schilderte die Zustände am Lindert. Er sei Chemie-Ingenieur, habe in einem Wirtschaftsunternehmen Abteilungen geleitet. Er will arbeiten, sagt er. Die Unterbringung sei schlecht.

Internatsgebäude für Asylbewerber angemietet

Verwaltungsdezernent Frank Gründken und Kordula Mertens vom Ordnungsamt wiesen die Kritik zurück. Man sei bemüht, für die Asylbewerber eine Wohnung zu finden. Aber es sei sehr schwierig, geeignete anzumieten. Es gäbe Vorbehalte bei den Nachbarn, so Mertens. Nicht jeder Asylbewerber sei in der Lage, angepasst zu leben.  

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So leben Asylbewerber im Container

Leben auf engstem Raum. In Werne sind derzeit insgesamt 112 Asylbewerber in zwei Standorten untergebracht.
24.01.2013
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In Etagenbetten leben die Asylbewerber oft mit vier Leuten in einem Zimmer.© Foto: Helga Felgenträger
Aktuell leben 31 Asylbewerber im Lindert. © Foto: Helga Felgenträger
Die Dusche. © Foto: Helga Felgenträger
Die Dusche. © Foto: Helga Felgenträger
Die Küche ist behelfsmäßig eingerichtet.© Foto: Helga Felgenträger
Aufräumen fällt manchen Bewohnern offensichtlich schwer. © Foto: Helga Felgenträger
Mit zehn Bewohnern muss üblicherweise die Dusche geteilt werden. © Foto: Helga Felgenträger
Von den Asylbewerbern macht sich jeder sein eigenes Süppchen. © Foto: Helga Felgenträger
Einige Asylbewerber haben sich gemütlich eingerichtet. © Foto: Helga Felgenträger
Die Etagenbetten wurden getrennt und zu Doppelbetten umgebaut. © Foto: Helga Felgenträger
Aus der Not eine Tugend machen. Einige richteten sich die Zimmer gemütlich ein. © Foto: Helga Felgenträger
Schlagworte Werne
Man rechne mit weiteren 50 Zuweisungen in den nächsten Jahren, daher habe die Stadt das alte Internatsgebäude am Christophorus-Gymnasium angemietet. "In den nächsten drei Wochen wird es bezogen", sagte Mertens.

Haushaltskasse ist leer Das Geld bekomme nur der, der sich im Rechtsstreit befindet, erwiderte Gründken. Er setze die Gesetze um und könne nicht freiwillig Leistungen zahlen. "Unsere Haushaltskasse ist leer", sagte Gründken. Er wies darauf hin, dass der Haushalt bereits jetzt jährlich durch die Asyl-Thematik mit 1 Million Euro belastet sei.  

Einen Flüchtlingsrat wollen Heidrun und Hermann Steiger gründen. Flüchtlinge und Asylanten sollten in Werne gastfreundlich aufgenommen werden und auch als Mitbürger akzeptiert werden. Aufgaben des Flüchtlingsrates wären Hilfsbereitschaft der Bürger gegenüber Flüchtlingen zu verbessern, Interessenvertretung gegenüber Behörden und Institutionen, Einfluss auf Asylpolitik.

 

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