In Werne gibt es jede Menge Altbauten. Wer sie kauft, kann mit einer satten Finanzspritze rechnen - unter bestimmten Voraussetzungen. © Oskar Neubauer
Förderprogramm

Wohnen in Werne: Stadt kann noch 10.000 Euro an Familien verschenken

Durch das Förderprogramm „Junges Leben in alten Häusern“ können Familien beim Hauskauf reichlich Zuschüsse erhalten. In Werne ist der Fördertopf noch reichlich gefüllt. Aber die Zeit drängt.

Wer Altbauten kaufen oder Denkmäler ankaufen und sanieren möchte, der muss nicht immer alles aus der eigenen Tasche zahlen. Schließlich gibt es Förderprogramme – auch solche, an die man über die Kommune herankommt. Dazu gehört das Förderprogramm „Junges Leben in alten Häusern“. Der Stadt Werne stehen dabei satte 50.000 Euro zu Verfügung, die sie an die Käufer ausschütten darf, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diesmal ist noch eine stolze Summe übrig. Und die Uhr tickt.

Bis zum 31. Dezember können bei der Stadt noch Anträge gestellt und Unterlagen eingereicht werden – entweder per Mail oder direkt im Stadthaus. 10.000 Euro sind noch im Topf, wie die Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion erklärte. In diesem Jahr seien bislang 11 Anträge eingegangen, im vergangenen waren es 13. Das entspricht in etwa der Nachfrage aus der ersten Förderperiode von 2014 bis 2016. Damals konnten 23 Familien beziehungsweise Lebensgemeinschaften gefördert werden.

Zwischen 2017 und 2019 insgesamt 37 Familien gefördert

In der zweiten Förderperiode von 2017 bis 2019 stieg die Zahl auf 37 Familien und Lebensgemeinschaften. Seither können durch Mittel aus dem Fördertopf neben dem Erwerb von Eigenheimen auch der Ankauf und die Sanierung von Denkmälern und erhaltenswerten Gebäuden gefördert werden. Für den Verein „Freunde des historischen Stadtkerns Werne“ hatte die Stadt zuletzt finanzielle Mittel geblockt.

Der Verein wollte aus der ehemaligen Stuhlmacherwerkstatt an der Westmauer ein Museum machen. Bekanntlich scheiterte das Vorhaben an ungeklärten Erbschaftsangelegenheiten. Mittlerweile hat der Verein das Projekt quasi abgehakt. Theoretisch hätte er bis zu 20.000 Euro aus dem Topf erhalten können.

Familien und Lebensgemeinschaften, die statt eines Neubaus einen Altbau erwerben möchten, können jeweils mit einer Förderung zwischen 3000 und 5000 Euro rechnen. Obwohl auf dem Werner Wohnungsmarkt derzeit allgemein nicht viel Bewegung herrscht – es mangelt vor allem am Angebot -, geht man auf Seiten der Stadt davon aus, dass die restlichen 10.000 Euro in diesem Jahr noch ausgeschüttet werden können. „So etwas kann plötzlich ganz schnell gehen“, erklärte ein Mitarbeiter der Verwaltung.

Die Stadt möchte mit dem Förderprogramm laut eigenen Angaben „ein neues Bewusstsein für die Bedeutung und den Wert des Wohnungsbestands als Alternative zum Wohnungsneubau“ wecken. Das habe in den vergangenen Förderperioden auch bereits funktioniert. Zudem leiste das Programm einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Altbauten in gewachsenen Quartieren.

Förderung bis zu 5000 Euro pro Familie möglich

Grundsätzlich bezieht sich das Förderprogramm neben Häusern und Denkmälern auch auf Eigentumswohnungen. Als Altbau gelten Gebäude, die bis zum 31.12.1978 erstmals bezogen worden sind. Zudem muss das anrechenbare Jahresgesamteinkommen des Haushalts unterhalb von 85.000 Euro liegen und der Antrag auf Gewährung des Zuschusses vor Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden.

Die genaue Fördersumme setzt sich dann aus der Anzahl der Familienmitglieder zusammen. So erhält beispielsweise eine Familie einen Grundbetrag von 3000 Euro, wobei pro Kind ein Zuschuss von 1000 möglich ist. Die maximale Fördersumme beträgt jedoch 5000 Euro. Die Förderung zum Erwerb von Altbauten kann unabhängig vom Lebensalter und Familienstand jede natürliche Person beantragen. Weitere Details gibt es auf der Homepage der Stadt Werne unter www.werne.de.

Über den Autor
Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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