Wichtiger Schritt fürs Mehrgenerationenprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“: Die Verantwortlichen haben sich mit der zuständigen Kirchengemeinde auf einen Erbbaurechtsvertrag geeinigt.

Werne

, 15.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von einem „Meilenstein“, gar von einem „Riesenbrocken“ ist die Rede. Das Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ hat am Montag, 14. Januar 2019, eine große Hürde genommen. Nach langen Verhandlungen wurde der Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück am Becklohhof endlich unterschrieben.

Nach rund neun Monaten haben sich die Verantwortlichen des Projekts mit dem Eigentümer des Grundstücks, der Katholischen Kirchengemeinde, geeinigt. „Die Vorstellungen sind auseinander gegangen. Aber jetzt hat jeder ein paar Federn gelassen und wir haben uns geeinigt“, erklärt Projektinitiator Andreas Drohmann. Man sei mit dem Vertrag, der am Montagnachmittag beim Notar fixiert wurde, zufrieden.

Großer Vertrauenszuschuss

Schon während der gut zweijährigen Planungsphase seien die Vertreter der Kirche den Vereinsverantwortlichen des Wohnprojekts entgegengekommen. Dabei ging es vor allem um den Zeitpunkt der Zahlung von Anliegerkosten. „Wir können diese Kosten später bezahlen. Die Kirchenvertreter haben uns einen großen Vertrauenszuschuss gegeben“, sagt Drohmann. Schließlich gibt es erst eine kleine Gruppe von Mitstreitern für das Wohnprojekt.

Mit der Unterschrift unter dem Erbbaurechtsvertrag sind nun die formalen Voraussetzungen erfüllt. Im nächsten Schritt können die Verantwortlichen des Projekts in die Detailplanung gehen. Dazu gehört auch ein Energiekonzept. „Wir wollen auf jeden Fall nachhaltig bauen und möglichst klimaneutral im Bau und Betrieb sein. Gleichzeitig möchten wir den Preis für die Wohnungen halten“, erklärt Drohmann.

Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen“ nimmt wichtige Hürde: Erbbaurechtsvertrag unterschrieben

Standort des Mehrgenerationenhauses im Winkel Tenhagenstraße/Becklohhof: Auf dem rund 4400 Quadratmeter großen Grundstück soll der Neubau entstehen. © Verein Neues Wohnen/GoogleMap

Ausschreibung zur Klimaschutzsiedlung

Der rund 2380 Quadratmeter große Neubau soll ein Niedrigenergiehaus (KfW-Effizienhaus 40) werden. „Wir möchten weitgehend CO2-neutral bauen“, sagt Drohmann. Dazu denken die Vereinsverantwortlichen über die Installation einer Fotovoltaik-Anlage mit Wärmekombination und eines Blockheizkraftwerkes nach.

Im Februar möchten die Verantwortlichen mit ihrem Wohnprojekt an einer Ausschreibung des Landes NRW für Klimaschutzsiedlungen teilnehmen. Eine finanzielle Förderung für den Neubau am Becklohhof ist dabei möglich.

Im Detail ist bereits der Bebauungsplan abgestimmt. Dabei seien die Außenflächen wie etwa die Einfahrten oder die Tiefgarage geplant, so Drohmann. Innerhalb des Gebäudes kann der Architekt noch auf Wünsche der Bewohner flexibel eingehen - etwa über die Ausrichtung der Balkone. Die Aufteilung der Gesamtfläche ist bislang so vorgesehen, dass 30 Wohnungen in verschiedenen Größen entstehen, wobei noch zwei Einheiten zusammengeschlossen werden können.

Bislang nur ältere Mitstreiter gefunden

Knapp die Hälfte der Wohnungseinheiten sind an Mitstreiter des Mehrgenerationenprojekts vergeben. Bislang sind es Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind. Junge Familien werden sich wohl erst interessieren, sobald die Planung noch konkreter wird, glaubt Initiator Andreas Drohmann. Der nächste wichtige Schritt für das Wohnprojekt ist die Vergabe des Baurechts in der Stadtratssitzung. Danach können die Verantwortlichen eine Genehmigungsplanung erstellen.

Das Mehrgenerationenhaus, in dem Jung und Alt nebeneinander wohnen sollen, soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Die Einheiten werden sowohl als Eigentums- als auch Mietwohnung angeboten.

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