Wut- und Gewaltausraster: Wahnkranker Werner (25) droht mit Krummdolch

rnLandgericht Dortmund

Ein psychisch kranker Mann (25) aus Werne soll im Wahn Frauen mit einem Dolch angegriffen und in einer Tankstelle einen Mitarbeiter attackiert haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Werne, Dortmund

, 22.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach mehreren mutmaßlichen Wut- und Gewaltausrastern steht die Freiheit eines offenbar psychisch schwer kranken Mannes (25) aus Werne seit Freitag auf dem Prüfstand. Vor dem Dortmunder Landgericht geht es unter anderem um unheimliche Drohungen mit einem Krummdolch und ein folgenschweres Chips-Gerangel an einer Tankstelle an der Stockumer Straße. Dem polizeibekannten Beschuldigten, der zeitweise auch als Obdachloser unter eine Plane im Park übernachtet hat, droht eine unbefristete Zwangseinweisung in eine geschlossene psychiatrische Klinik.

Paranoide Schizophrenie

Im Mittelpunkt des sogenannten Sicherungsverfahrens vor der 34. Strafkammer stehen vor allem zwei brisante Zwischenfälle in der zweiten Jahreshälfte 2018. Bei beiden Vorfällen wurde der „an einer paranoiden Schizophrenie mit ausgeprägtem wahnhaftem Erleben“ leidende 25-Jährige von vorneherein als schuldunfähig eingestuft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Werner ohne eine langfristige und kontrollierte psychiatrische Behandlung eine Gefahr für die Allgemeinheit ist.

Mit einem Krummdolch rumgefuchtelt

Der erste mutmaßliche Ausraster geht auf den 24. August 2018 zurück. Der 25-Jährige soll damals mit einem Krummdolch am Stollenweg erst auf zwei Frauen in einem Pkw zugelaufen sein. Nachdem kurz danach Polizeibeamte eingetroffen waren, soll der Beschuldigte immer noch mit dem Dolch vor einem Wohnhaus rumgefuchtelt haben. Auf Anordnung der Beamten setzte er sich dann zunächst hin, sprang aber dann laut Staatsanwaltschaft auf und versuchte, einen der Polizisten zu attackieren.

Tankstellen-Mitarbeiter schwer verletzt

Der zweite Zwischenfall soll am 9. Dezember 2018 auf dem Gelände einer Tankstelle an der Stockumer Straße passiert sein. Von einem Mitarbeiter auf angebliches Zu-Boden-Spucken von Chips angesprochen, soll der 25-Jährige den Mann so heftig gegen eine Kante geschubst haben, so dass der Zeuge sich folgenschwer an der Schulter verletzte. Gleich mehrere Sehnen im Oberarm waren bei dem Sturz gerissen.

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Der Beschuldigte, der seit Juni bereits vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist, erinnerte den Tankstellen-Vorfall vor Gericht dagegen so: „Die wollten zu Dritt auf mich drauf. Da habe ich mir den Größten genommen, auf den Boden geworfen und zu ihm gesagt: So, jetzt ist Ende!“ Auch an den Zwischenfall mit dem Krummdolch hat der 25-Jährige noch eine Erinnerung: „Ich wollte eigentlich meinen Onkel fragen, ob der mir den Dolch gerade biegt, bin aber gar nicht so weit gekommen. Denn habe ich schon das Auto mit den Frauen gehört, das hat sich für mich angehört wie ein Drache.“

Die Richter haben noch drei weitere Verhandlungstage bis zum 9. Dezember anberaumt.

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