Zu heiß: Schüler und Lehrer schreiben Protestbrief

Klima-System der Marga-Spiegel-Schule

Seit dem Start vor drei Jahren hat das Schulzentrum ein Klima-Problem. Das Zusammenspiel von Temperaturregelung und Lüftung funktionierte nicht in dem nach Passiv-Haus-Standard errichteten Gebäude. Lehrer und Schüler schwitzen und leiden. Jetzt haben sie einen Protestbrief abgeschickt.

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, 18.06.2016, 06:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zu heiß: Schüler und Lehrer schreiben Protestbrief

Viele Fenster und eine schlechte Klimatechnik: Das Schulzentrum an der Bahnhofstraße bringt Lehrer und Schüler ins Schwitzen.

Drei Jahre ertragen Schüler und Lehrer der Marga-Spiegel-Sekundar-, Real- und Hauptschule bereits zu hohe Temperaturen im Sommer und schlechte Belüftung. Nun platzte den Pädagogen der Kragen und sie ließen Dampf ab. Ihr Protestschreiben an den zuständigen Ausschuss für den Kommunalbetrieb fiel offenbar so geharnischt aus, dass die Politiker die Sache am Donnerstag, 16. Juni, im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelten.

Keine schnelle Lösung

Eine schnelle Lösung hatten sie und die Verwaltung nicht parat. Ein externer Sachverständiger soll aber kurzfristig ausloten, welche praktikablen Maßnahmen zur nachhaltigen Linderung der Klimakatastrophe in dem 15-Millionen-Neubau greifen könnten. „Ich bin froh, dass unser Anliegen nun offenbar ernst genommen wird“, sagte Sekundarschulleiter Hubertus Steiner, der an der nichtöffentlichen Sitzung teilnahm.

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Drinnen ist es wärmer als draußen

Steiner schilderte die Problematik der knapp 950 Schüler und fast 90 Lehrer im Schulzentrum. Gerade im Sommer schaffe es die Belüftungsanlage nicht, die Temperaturen angemessen zu senken. „In meinem Büro sind gerade 25 Grad bei etwa 17 Grad Außentemperatur“, so Steiner. Kämen jetzt zwei Leute zu Besuch, würde die Temperatur weiter steigen.

Das gleiche Prinzip herrsche in den Klassenräumen, wo mehr Schüler als klimatechnisch berechnet unterrichtet würden. „Wenn nach Schulschluss noch externe Gruppen die Klassen nutzen, können sich die Räume gar nicht mehr abkühlen.“ Die klassische Lüftungstechnik – Fenster auf, Fenster zu – funktioniere nicht, da wegen des Passivhauses nur wenige und kleine Fenster zum Öffnen vorgesehen sind.

Auch andere Maßnahmen wie Nachjustieren der Lüftung blieben wirkungslos. Selbst die Option Hitzefrei ist problematisch. Steiner: „Wir als offene Ganztagsschule müssen den Eltern eine hohe Verlässlichkeit bieten.“ Bleibt nur die Hoffnung auf den Gutachter. 

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