Zwei Züge fahren auf einem Gleis im Bahnhof Werne aufeinander zu

Panne oder nicht?

Augenzeugen erleben am Sonntagabend eine beängstigende Szene: Zwei Züge kommen sich am Sonntag auf demselben Gleis im Bahnhof Werne entgegen. Über die Ursache herrscht keine Klarheit.

Werne

, 15.01.2018, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei Züge fahren auf einem Gleis im Bahnhof Werne aufeinander zu

In Blickrichtung Münster stehen sich hier (im Hintergrund; Foto mit einer Smartphone-Kamera aufgenommen) zwei Züge gegenüber – zur Verwunderung der Bahnreisenden in Werne. © Christian Greis

Eine etwas beängstigende Szene spielte sich Sonntagabend zwischen 20 und 21 Uhr am Werner Bahnhof ab. Begonnen hat alles damit, dass die RB50 in Richtung Dortmund (reguläre Abfahrt gegen 20.05 Uhr) verspätet war. Die Anzeigetafel zeigte nach mehr als 30 Minuten an, dass der Zug nur 15 Minuten Verspätung hätte. Gegen 20.45 Uhr kam der Zug dann endlich. Zumindest fast.

Denn rund 300 bis 400 vor dem Bahnhof kam die RB50 aus Münster kommend zum Stillstand, wie ein Augenzeuge berichtet. Aus Dortmund kam dann ein Zug der Deutschen Bahn – auf demselben Gleis. Dem Geruch nach hätte der äußerst beherzt abgebremst, so der Zeuge. Erst nachdem beide Fahrzeuge standen, wechselte die Eurobahn auf das Ausweichgleis 1.

Drohte ein Zusammenstoß?

War das jetzt eine gefährliche Panne, die zu einem Zusammenstoß hätte führen können? Danica Dorawa, Pressesprecherin der Eurobahn, erklärte auf Anfrage: „Wir haben gegen 21 Uhr die Info bekommen, dass es tatsächlich technische Störungen gab.“ Solche Störungen umfassen Probleme unter anderem an Weichen und Signalleuchten. „Wenn es jetzt aber zu einer akuten Bedrohung gekommen wäre, wäre uns das bekannt.“

Eine inhaltlich deckungsgleiche Aussage erhielten wir auch aus der Pressestelle der Deutschen Bahn. Grundsätzlich gäbe es mehrere Mechanismen, die verhinderten, dass zwei Züge kollidieren.

Genaue Klärung steht noch aus

Wieso es trotzdem dazu kommen konnte, dass sich die beiden Fahrzeuge auf derselben Strecke und in so geringem Abstand zueinander entgegenfuhren, konnten die Mitarbeiter nicht genau klären. Sie verwiesen darauf, dass sie den Vorlauf erst recherchieren müssten.

Dass die Infotafel veraltete Informationen zeigte, konnte Dorawa allerdings erklären: „Normalerweise geben Lokführer solche Infos direkt an die Leitstelle weiter. Allerdings sind in den Prozess viele Menschen involviert und da kann es vorkommen, dass etwas liegen bleibt.“ Dahingehend könne sie nachvollziehen, wenn Fahrgäste verärgert seien.

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